Belek (dpa) - Erst der Ärger um Jefferson Farfan, jetzt auch noch ein Manipulationsverdacht beim Champions-League-Spiel gegen Hapoel Tel Aviv: Der FC Schalke 04 kommt im Trainingslager im türkischen Belek nicht zur Ruhe.

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» ist der Europäischen Fußball-Union UEFA nach dem Schalker 3:1-Sieg gegen die Israelis am 20. Oktober 2010 ein detailliertes Dossier über Kursveränderungen und hohe Einsätze auf den Wettmärkten zugespielt worden. So sollen in Asien vor dem Anpfiff rund zwölf Millionen Euro auf eine klare Niederlage von Tel Aviv gewettet worden sein.

Der Verdacht soll sich ausschließlich gegen Hapoel-Spieler richten, die Schalker wurden in Belek dennoch damit konfrontiert. Er höre das zum ersten Mal, sagte Trainer Felix Magath. «Wenn man 3:0 gegen Olympique Lyon gewinnt, dann ist ein 3:1-Heimsieg gegen einen Gegner aus Israel sicher nicht so ungewöhnlich, ohne gleich einer Manipulation verdächtig zu sein», meinte er.

Neben dem 3:0-Testspielsieg gegen Kardemir Karabükspor sorgten wenigstens Manuel Neuer und Benedikt Höwedes für erfreulichere Meldungen aus Schalker Sicht. Nationaltorwart Neuer dementierte in der «Bild am Sonntag», bereits einen Vorvertrag bei Bayern München unterschrieben zu haben. «Nein - es gibt nichts», sagte der 24- Jährige. Es gebe keinerlei Vereinbarung oder Absprachen. Schalke sei sein erster Ansprechpartner, betonte Neuer. Er habe mit Magath auch schon darüber geredet, wie es «hier weitergehen könnte».

Höwedes trainierte erstmals nach seinem Bänderriss im rechten Sprunggelenk wieder mit der Mannschaft. «Ich spüre zwar noch etwas im Fuß, aber nach der kurzen Zeit ist das normal», sagte der 22 Jahre alte Verteidiger. «Wenn nichts dazwischen kommt, kann ich beim Rückrundenstart gegen den Hamburger SV dabei sein.»

Bis zu dieser Partie müssen sich die Schalker allerdings noch deutlich steigern. Zwar gab es durch Tore von Mario Gavranovic (4. Minute), Christian Pander (83.) und Ivan Rakitic (87.) einen klaren Sieg gegen den türkischen Erstligisten Karabükspor, doch im Vergleich zur blamablen Niederlage gegen Trabzonspor (0:3) zuvor steigerte sich das Team nur ein wenig.

«Die Ergebnisse sind nicht so wichtig für uns. Wir wollen uns langsam einspielen für das nächste Wochenende», sagte Magath. Gegen Trabzon hatte er «aufgrund von Verletzungen oder Umstellungen etwas ausprobieren müssen. Das hat aber nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe», meinte er.