Düsseldorf (dpa) - Masse statt Klasse und ein Fa(u)xpas: Am letzten Tag der Wintertransferperiode herrschte in der Fußball-Bundesliga hektische Betriebsamkeit, doch namhafte Zugänge waren eher die Ausnahme.

Während Top-Profis wie Edin Dzeko, Mark van Bommel, Demba Ba oder Hugo Almeida der Eliteklasse den Rücken kehrten, bedienten sich die meisten Clubs auf dem Schnäppchenmarkt. Immerhin nahmen die 18 Vereine durch Verkäufe mehr Geld ein (rund 75 Millionen Euro) als sie für neue Spieler ausgaben (etwa 50 Millionen Euro).

An technischen Problemen vorerst gescheitert ist der von allen Seiten gewollte Transfer von Eric-Maxime Choupo-Moting vom Hamburger SV zum 1. FC Köln. Bei der Fax-Übermittlung der Unterlagen war die geplante Verpflichtung zum Ende der Transferperiode am 31. Januar nicht pünktlich zustande gekommen. Die DFL kündigte an, sich noch einmal mit dem Thema zu beschäftigen und bis spätestens Ende der Woche eine Entscheidung zu treffen.

Die Transfer-Bilanz ist insgesamt trügerisch. Denn allein der Verkauf von Torjäger Dzeko, der für 35 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, machte fast die Hälfte der Liga-Gesamteinahmen aus. So war Wolfsburg in der Lage, am letzten Tag auf Shoppingtour zu gehen. Unter den für 15 Millionen Euro verpflichten fünf Profis ist in dem Leverkusener Nationalstürmer Patrick Helmes aber nur ein Prominenter.

Gleichwohl hofft Trainer Steve McLaren, dass auch der Türke Tuncay und der Ex-Nürnberger Jan Polak das Team verstärken. «Wir haben jetzt mehr Optionen, das wird die Leistung verbessern», sagte der VfL- Coach. Manager Dieter Hoeneß verteidigte die umstrittene Personalpolitik. «Wir sind sportlich überzeugt und haben keine verrückten Dinge gemacht.»

Der schon perfekt scheinende 13-Millionen-Euro-Deal mit Schalke platzte dagegen. Angeblich, weil Jefferson Farfan sich den vorzeitigen Abgang mit einer dicken Abfindung versüßen wollte. Laut «Bild» forderte der Peruaner von Schalke vier Millionen Euro für seinen Ausstieg aus dem bis 2012 datierten Vertrag. Eine Summe, die weder der Revierclub noch der VfL aufbringen wollten.

So fehlte Schalke plötzlich eine zweistellige Millionensumme in der Kasse, was Magath auch wegen der DFL-Auflagen zum Umdenken zwang. Die Bemühungen um den als Farfan-Ersatz gedachten Frankfurter Patrick Ochs musste er einstellen, griff stattdessen zu Billiglösungen. Für die Verpflichtung der ablösefreien «Altstars» Angelos Charisteas (30) und Ali Karimi (32) erntet Magath mehr Häme als Beifall. Das ausgerechnet sie den Konkurrenzkampf im Team um Raúl und Klaas-Jan Huntelaar anheizen können, ist schwer vorstellbar.