Düsseldorf (dpa) - Borussia Dortmund patzt, die Verfolger aus Leverkusen und München glänzen, Wolfsburg und Stuttgart spielen wie Absteiger und die Kölner machen beim Kampf um den Klassenverbleib weiterhin große Fortschritte. Der 22. Bundesliga-Spieltag hatte große Sieger und frustrierte Verlierer.

Michael Frontzeck steht nach der 14. Niederlage vor dem Trainer-Aus in Mönchengladbach, Pierre Littbarski erlebte bei seinem Chefcoach-Debüt mit Wolfsburg eine Pleite. Superstar Michael Ballack durfte nach der Debatte um seine Zukunft im Nationalteam der Bayer-Gala in Frankfurt nur von der Bank zusehen und fehlte am Sonntag wegen einer Kniereizung beim Training. Dafür wurde in München der «FC Robben» gefeiert.

Liga-Primus Dortmund erlebte bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern einen Last-Minute-Schock. In der 90. Minute knallte Jan Moravek den Ball noch zum 1:1 in die Maschen und gab damit den BVB-Jägern eine Vorlage. «Den Sieg haben wir nicht verdient gehabt. Insgesamt war das zu wenig von uns», gab BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem dritten Remis in der Rückrunde zu. Der Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen beträgt noch zehn Punkte. Auf die rituelle Frage nach dem Titel antwortete Klopp: «Es muss sich keiner Sorgen machen, dass wir nicht merken, wenn wir Meister werden. Noch sind wir es aber nicht.»

Und so ganz ohne Widerstand sollen sie es auch nicht werden. Die Leverkusener trumpften in Frankfurt beim 3:0 groß auf. Noch größer war aber das Thema Ballack, den Trainer Jupp Heynckes ohne Ansehen der Person auf der Ersatzbank schmoren ließ. «Ich weiß, was ich zu tun habe», sagte Heynckes. Er baue Spieler nach Verletzungen eben vorsichtig auf und lasse sich nicht drängen - auch von Ballack nicht, der wortlos aus dem Stadion eilte.

Für viel Gesprächsstoff sorgte das «Robbéry»-Comeback beim 4:0 des FC Bayern gegen 1899 Hoffenheim. «Das war beeindruckend», freute sich Münchens Sportdirektor Christian Nerlinger nach der fulminanten Rückkehr von Franck Ribéry und Arjen Robben, die erstmal nach 273 Tagen wieder gemeinsam im Bayern-Dress wirbelten. «Wir haben sechs Monate ohne diese Spieler gespielt. Für die «Wochen der Wahrheit» mit der Champions-League-Revanche gegen Inter Mailand, der Kraftprobe mit dem BVB und dem Pokal-Hit gegen Schalke sieht er den FC Bayern nun gerüstet.

Auch der krisengeplagte FC Schalke 04 hofft nach dem 1:0 gegen den SC Freiburg und einer Charme-Offensive von Trainer Felix Magath nun endlich, kontinuierlich in die Erfolgsspur zu finden. «Ich bin froh, dass wir endlich wieder zu Hause gewonnen haben», sagte Magath nach dem ersten Heimtor und Bundesliga-Sieg vor eigenem Publikum 2011.

Eher Sprach- und Ratlosigkeit herrscht bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach, das auch beim FC St. Pauli mit 1:3 unter die Räder kam. Platz 18 und nur 16 Punkte: Selbst im Abstiegsjahr 2007 hatte die «Fohlenelf» nach 22 Spieltagen mehr Zähler auf dem Konto. «Ich gehe davon aus, dass ich weiterhin Trainer bleibe, gegen den FC Schalke 04 auf der Bank sitze und einen Heimsieg einfahre», erklärte der Trainer Frontzeck am Sonntagmittag im Anschluss an eine Krisensitzung in Mönchengladbach.