Pietre Ligure (dpa) - Robert Kubica muss sich doch noch einer weiteren Operation unterziehen. Nachdem Brüche im rechten Arm, Schulterbereich und rechten Bein in einem neunstündigen Eingriff behandelt wurden, erfordern die Frakturen im Ellbogenbereich eine weitere OP.

«Das ist ein sehr komplexer Bereich», meinte Mediziner Francesco Lanza. Ursprünglich hatten die Ärzte gehofft, sich in nur einem weiteren Eingriff Kubicas Verletzungen annehmen zu können.

Der Pole war nach seinem Rallye-Unfall am 6. Februar noch am gleichen Tag bereits sieben Stunden operiert worden. Damals hatten sich sieben Ärzte überwiegend um Kubicas regelrecht zertrümmerte rechte Hand gekümmert. «Gemessen an der Komplexität würde ich sagen, dass die letzte Operation gut verlaufen ist», wurde Lanza nach dem zweiten Eingriff von «ivg.it» (Il vorstro giornale) zitiert.

Der Arzt hofft, das mit der Planung der Rehabilitation für den Formel-1-Piloten noch vor dem Verlassen des Krankenhauses in Pietre Ligure begonnen werden kann. «Das wäre sehr von Vorteil, weil wir dann jederzeit eingreifen könnten», sagte Lanza. Kubica selbst hatte bereits angekündigt: «Ich will stärker auf die Piste zurückkehren als vorher.»

Seinen Platz bei Lotus Renault dürfte aller Voraussicht nach Nick Heidfeld bekommen. Der 33-jährige Mönchengladbacher empfahl sich für den Job mit der Bestzeit am Samstag bei den Testfahrten im spanischen Jerez de la Frontera. «Es ist schon ein beklemmendes Gefühl. Du weißt ganz genau, dass das Pech des einen dein Glück bedeuten kann», sagte Heidfeld, der dreieinhalb Jahr beim damaligen BMW-Werksteam das Fahrerduo mit Kubica gebildet hatte. «So etwas wie es dem Robert passiert ist, wünschst du keinem. Aber es ist deine Chance, und du musst sie nutzen.»

In seiner Heimat wird Kubicas Genesungsprozess aufmerksam verfolgt. Krakaus Erzbischof Stanislaw Dziwisz ließ dem Rennfahrer eine Reliquie von Johannes Paul II als spirituelle Unterstützung zukommen.