Berlin (dpa) - Schauspieler und Wohltäter zugleich: Hollywoodstar Sean Penn ist am Montagabend bei der Cinema for Peace Gala in Berlin für sein soziales Engagement ausgezeichnet worden. Der 50-Jährige hatte eine Hilfsorganisation für Haiti gegründet.

Gäste der Filmgala spendeten an dem Abend mehr als eine Million Euro für das Projekt. «Wir werden unsere Arbeit weitermachen und zeigen, dass ihr etwas bewirken könnt», sagte der Schauspieler («Milk»). Auf der Charity-Veranstaltung am Rande der Berlinale werden jährlich Filmschaffende geehrt, die auf soziale Probleme aufmerksam machen. Die zumeist prominenten Gäste unterstützen dabei wohltätige Projekte mit Spenden.«Es ist der Ort, wo Politik und Kultur aufeinandertreffen», sagte der Sänger Bob Geldof vor Beginn der Filmgala am roten Teppich. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hielt die Laudatio auf Sean Penn. Seit der ersten Cinema for Peace Gala vor zehn Jahren ist Bob Geldof als Unterstützer dabei. In gewohnter Rockstar-Manier sorgt er seitdem immer wieder für Lacher, bei der glamourösen Veranstaltung. Auch für Sean Penn hatte er am Montagabend derbe Worte parat: «I love him and I wanna fuck him.»

Die Autogrammjäger, die am roten Teppich auf Penn warteten, bedachten den Hollywoodstar hingegen mit Buhrufen. Der Grund: Der Schauspieler eilte direkt zum Veranstaltungssaal. Seine Fans würdigte er keines Blickes. Im Saal saß Penn dann aber nicht neben seinem Kumpel Sir Bob Geldof. Der Hollywoodstar teilte sich einen Tisch mit der Justizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (FDP) und mit «Mutter Beimer» Marie-Luise Marjan.

Mit «Fair Game» stand er auch als Schauspieler im Rampenlicht: Der Agenten-Thriller war als wertvollster Film nominiert. Die Ehrung ging allerdings an «Von Menschen und Göttern» (Xavier Beauvois). Das Drama über das Schicksal französischer Mönche zeige die Bedeutung von Moral, lautete die Begründung der Jury. Als wertvollster Dokumentarfilm wurde «Skateistan - Four Wheels and a Board in Kabul» (Kai Sehr) ausgezeichnet.

Die Cinema for Peace Gala findet traditionell während der Internationalen Filmfestspiele in Berlin statt. Zum offiziellen Programm gehört sie nicht. Kritiker bemängeln die Oberflächlichkeit der Glamour-Veranstaltung (Eintritt: 1000 Euro aufwärts), die sich politisches Engagement auf die Fahnen geschrieben hat. Ihr Unterstützer Bob Geldof kennt die Vorwürfe. «Man könnte denken, das ist alles nur Showbiz», sagte der Friedensaktivist. «Das ist es auch. Aber die ganze Welt ist Showbiz.»

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