Barcelona (dpa) - Die Deutsche Telekom und Telefónica O2 wollen ihren Kunden die Angst vorm Internet-Surfen im Ausland nehmen. Beide Mobilfunk-Anbieter verbessern ihre Konditionen für das Daten-Roaming in der EU zum Sommer.

Vodafone hat bereits im Herbst 2010 eine Daten-Flatrate für Privatkunden im Ausland eingeführt, zur Cebit im März sollen Pauschaltarife für Unternehmenskunden mit besonders hohem Datenvolumen hinzukommen.

Die Deutsche Telekom stellte auf dem Mobile World Congress in Barcelona am Dienstag ein neues Tarifsystem vor, bei dem man bereits ab 1,95 Euro pro Tag in allen EU-Ländern online gehen kann. Für 14,95 Euro gibt es eine Wochen-Flatrate mit uneingeschränktem Datenvolumen. Heute bekommt man für dieses Geld normalerweise einen Tageszugang mit reduziertem Datenvolumen.

Die hohen Tarife für Daten-Roaming seien eine Hürde für die breitere Nutzung von Smartphones gewesen, sagte Edward Kozel, Technologie-Vorstand bei der Telekom. «Wenn wir mit dem Wandel hin zur Mobiltelefonie wirklich Ernst machen, müssen wir Roaming in den Massenmarkt bringen.» Bisher hätten nur drei Prozent der Kunden Daten-Roaming genutzt. Das neue Angebot soll von März an in Teilen buchbar sein und am 1. Juli europaweit eingeführt werden.

Die EU-Kommission versucht schon seit langem, die Roaming-Kosten in Europa einzudämmen und nahm nach Telefongesprächen auch die Datendienste ins Visier. Im vergangenen Sommer setzte Brüssel eine automatische Kostenbremse bei 50 Euro pro Monat (zuzüglich Mehrwertsteuer) durch, in Deutschland sind das maximal 59,50 Euro. Bisher entstanden im ungünstigen Fall Kosten von mehreren Euro für jeden Megabyte in Auslandsnetzen.

O2-Kunden erhalten zum bisherigen Europa-Tarif von 5,12 Euro nicht mehr nur ein Megabyte, sondern elf. «Das reicht unserer Erfahrung nach bei einer durchschnittlichen Smartphone-Nutzung drei Tage lang», sagte der Vorstandsvorsitzende von Telefónica O2 Deutschland, René Schuster.

Die Mobilfunkanbieter arbeiten auch an neuen Diensten. Die Telekom will in diesem Jahr ein «Handy-Portemonnaie» starten. Die Kunden müssen dann zum Bezahlen ihr Handy an ein Lesegerät halten. Details und mögliche Partner blieb die Telekom unter Hinweis auf laufende Verhandlungen schuldig.