Herzogenaurach (dpa) - Puma hat im vergangenen Jahr einen kräftigen Sprung gemacht: Stolz verkündete der scheidende Vorstandschef Jochen Zeitz bei seiner letzten Bilanzvorstellung einen Rekordumsatz.

Dank der Fußball-WM und eines starken zweiten Halbjahres stiegen die Erlöse des Sportartikelherstellers um 10,6 Prozent auf 2,71 Milliarden Euro. Und es soll weiter aufwärtsgehen, wenn auch mit verlangsamter Geschwindigkeit: «Obwohl in diesem Jahr keine sportlichen Großereignisse anstehen, erwarten wir (...) ein Umsatzwachstum im mittleren bis oberen einstelligen Bereich», sagte Zeitz am Dienstag in Herzogenaurach.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte Puma 2010 auf 306,8 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Der Konzerngewinn kletterte gar von 79,9 Millionen Euro auf 202,2 Millionen Euro. Allerdings hatte Puma im Vorjahr heftig unter der Wirtschaftskrise gelitten. Zudem machte den Franken ein Betrugsfall bei einem Gemeinschaftsunternehmen in Griechenland zu schaffen; er schlug sich mit 31 Millionen Euro für Abschreibungen und Restrukturierungskosten in der Bilanz nieder. Deshalb musste das MDax-Unternehmen auch die Vergleichszahlen für 2009 korrigieren.

In diesem Jahr wird der Ertrag laut Puma im mittleren einstelligen Bereich steigen - «unter der Annahme moderat steigender Beschaffungskosten hinsichtlich Rohstoffen und Löhnen». Zeitz, der in wenigen Monaten die Leitung der Sport & Lifestyle-Sparte des französischen Mehrheitsgesellschafters PPR übernehmen wird, kündigte «ein neues Kapitel» an: Dem im Oktober vorgestellten Fünfjahresplan zufolge will Puma bis 2015 vier Milliarden Euro erlösen - die Konzentration auf Produkt und Marke in den strategischen Schlüsselmärkten sowie Zukäufe sollen es möglich machen.

Aktionären, die angesichts der gleichbleibenden Dividende von 1,80 Euro enttäuscht sind, versprach Zeitz für 2011 einen höheren Gewinnanteil. Mittelfristig soll die Ausschüttungsquote statt gut 13 Prozent wie im vergangenen Jahr 20 bis 25 Prozent betragen. Die Aktie drehte an der Börse dennoch ins Minus. Puma beschäftigt derzeit weltweit 9700 Mitarbeiter, allein am Stammsitz sollen 70 Menschen neu eingestellt werden.

Puma-Zahlen