Washington (dpa) - Amerika droht seine Vormachtstellung in der Wissenschaft und Forschung an Schwellenländer wie China und Indien zu verlieren. Der Anteil wissenschaftlicher Veröffentlichungen von Forschern in den USA sei von 1996 bis 2008 um 20 Prozent geschrumpft.

Andere Länder wie etwa Indien holten rasch auf, sagte Expertin Caroline Wagner am Freitag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) in Washington. China habe Amerika schon jetzt mit Forschungsbeiträgen aus den Naturwissenschaften und der Technik überrundet. Wenn sich der Trend fortsetzte, würde China die USA etwa 2015 ganz abgehängt haben, sagte die Professorin für internationale Angelegenheiten an der Staatlichen Universität von Pennsylvania. Derzeit hinke China noch mit der Qualität seiner Papiere hinterher, doch die Differenz nehme ab.

Statt auf verschärften Wettkampf zu setzen, sollte Washington lieber den Weg zu einer «globalen Forschergemeinschaft» einschlagen und für einen offenen Austausch wissenschaftlicher Daten plädieren.