Düsseldorf/Frankfurt (dpa) - Die vom Bund gestützte Commerzbank will Mitarbeitern Boni für das Geschäftsjahr 2010 zahlen. Mit Blick auf «außergewöhnliche Leistungen» sei das Institut als Arbeitgeber verpflichtet, Mitarbeiter «leistungsbezogen und fair zu vergüten».

Das sagte Vorstandsmitglied Ulrich Sieber der «WirtschaftsWoche».

Der Gesamtwert der Boni liege im unteren dreistelligen Millionenbereich, berichtet das Blatt unter Berufung auf Insider, die Summe sei nach Angaben aus Regierungskreisen mit der Bundesregierung abgesprochen. Ein Sprecher der Commerzbank sagte der dpa am Samstag: «Das neue Vergütungsmodell, das seit Anfang 2010 gilt, ist mit dem Soffin abgestimmt.» Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) in Frankfurt organisiert die staatliche Bankenhilfe.

Die Grünen im Bundestag kritisierten die geplanten Bonuszahlungen. «Diese Bank existiert nur noch, weil der Steuerzahler sie mit 18 Milliarden Euro gestützt hat. Bisher hat die Bank weder einen Cent Zinsen noch einen Cent dieser Stützung an den Bund zurückgezahlt», sagte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Alexander Bonde, laut Mitteilung.

Auch von der FDP kommt nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» Kritik. Es sei grenzwertig, wenn nicht skandalös, dass die Commerzbank trotz Milliardengewinns nichts bezahle, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler dem Blatt.