Berlin (dpa) - Wenige Stunden vor der Verleihung der Berlinale-Bären haben die unabhängigen Jurys am Samstag ihre Preisträger bekanntgegeben.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zeichnete die Tschetschenien-Dokumentation «Barzakh» von Mantas Kvedaravicius aus, die beim Festival in der Sektion Panorama lief.

«Die Normalität, von der tschetschenische und russische Behörden sprechen, gibt es nicht», sagte Schauspielerin und Jurymitglied Juliane Köhler. Das beweise dieser Film, der ohne Genehmigung und unter hohem persönlichen Risiko gedreht worden sei. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Der Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater ging an den deutschen Bärenkandidaten «Wer wenn nicht wir» von Andres Veiel. Er erzählt anhand der Beziehung zwischen Gudrun Ensslin und Bernward Vesper die Vorgeschichte der RAF.

Die Ökumenische Jury ehrte unter anderem den iranischen Wettbewerbsbeitrag «Nadar und Simin, Eine Trennung» von Asghar Farhadi. Er gewann auch den Preis der Leserjury der «Berliner Morgenpost». Die «Tagesspiegel»-Jury entschied sich für «Matchmaking Mayor» (Erika Hníková) über einen slowakischen Bürgermeister, der die Singles in seinem Dorf verkuppeln will.

Den DAAD-Kurzfilmpreis bekam «La Ducha» von Maria José San Martín. Die Jury Dialogue en perspective würdigte mit ihrem Preis «Die Ausbildung» von Dirk Lütter.

Den Panorama-Publikumspreis erhielten der Spielfilm «También la lluvia» und die Doku «Im Himmel, Unter der Erde. Der Jüdische Friedhof Weißensee». Die 61. Berlinale endet am Sonntag mit einem Kinotag. Dabei werden noch einmal ausgewählte Produktionen gezeigt.