Königssee (dpa) - Die Goldspur bei den Heim-Weltmeisterschaften in Königssee ist gelegt. Cathleen Martini aus Oberbärenburg und die Leipzigerin Romy Logsch gewannen ihren ersten gemeinsamen WM-Titel.

Nach vier Läufen verwies das sächsische Duo auf der ältesten Kunsteisbahn der Welt die Amerikanerinnen Shauna Rohbock/Valerie Fleming mit 22/100 Sekunden Vorsprung und einer Gesamtfahrzeit von 3:26,11 Minuten auf Rang zwei. Dritte wurde die kanadische Olympiasiegerin Kaillie Humphries. Gesamtweltcup-Siegerin Sandra Kiriasis musste sich mit Platz vier begnügen. Ihre Winterberger Kollegin Anja Schneiderheinze-Stöckel wurde Achte.

«Jetzt ist der Medaillensatz endlich komplett», sagte Martini, die bereits zweimal WM-Zweite und einmal Dritte war. Während der entscheidenden Fahrt hatte sie noch eine Schrecksekunde zu überstehen. «Ich habe mal kurz gezittert, als der Schlitten ausbrach. Da habe ich angefangen zu beten, dass es doch reichen möge», schilderte die Pilotin ihre Eindrücke.

Nachdem die Leipzigerin Logsch bis zum Jahreswechsel noch an den Folgen des spektakulären Olympia-Sturzes von Vancouver litt, rutschte Martini im Januar auf einer Treppe aus und zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu. So wurde das Erfolgsteam aus dem Vorjahr (fünf Saison-Siege) immer wieder ausgebremst. «Wenn es in der Saison nicht so läuft und dann springt am Ende so ein Sieg heraus, ist es umso schöner. Jetzt wird richtig gefeiert», sagte Logsch, die 2007 und 2008 mit Kiriasis WM-Gold geholt hatte und dann 2009 nach einem «Zickenkrieg» zu Martini gewechselt war.

Die dreimalige Weltmeisterin Kiriasis legte schon einen völlig verpatzten ersten Lauf hin und startete dann eine Aufholjagd. Vor dem dritten Lauf ging sie nochmal volles Risiko. «Ich wechselte die Kufen, doch leider kam der Schnee dazwischen und wir fielen zurück. Dennoch kann ich mit der Saison zufrieden sein, nur eben nicht mit diesen Wettkampf», sagte Kiriasis.

Anja Schneiderheinze-Stöckel, 2005 als Bremserin von Kiriasis Weltmeisterin in Calgary und 2006 in Turin Olympiasiegerin, enttäuschte. «Ich glaub, ich habe das Fahren verlernt. Denn hier klappte plötzlich gar nichts. Das ärgert mich, da ich gerade beim Saionhöhepunkt zeigen wollte, was ich kann», sagte die gebürtige Erfurterin.