Washington (dpa) - Zwei führende deutsche Forscher haben in Washington die mangelnde Mobilität ihrer US-Kollegen bedauert. «Für deutsche Postdocs ist es die Regel, Erfahrungen im Ausland zu sammeln», sagte Prof. Roland Eils vom Deutschen Krebsforschungszentrum auf dem Kongress des amerikanischen Forscherverbandes AAAS.

US-Forscher nach Deutschland zu holen, erweise sich aber nach wie vor als schwierig. Dabei locke Wissenschaftler in Deutschland eine Sicherheit, die sie zumindest in Amerika nicht genießen: Er sei immer wieder überrascht zu hören, dass US-Forscher von einem Jahr zum nächsten nicht wissen, ob sie ihr Projekt fortsetzen können, erklärte der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Prof. Jürgen Mlynek, auf dem AAAS-Kongress. «Unsere Gelder werden für jeweils fünf Jahre vergeben.»

Dass bisher nur wenige Amerikaner das Angebot wahrnehmen, liegt nach Einschätzung von Eils sowohl an mangelnder Information als auch der Rigidität des akademischen Systems der USA. Wer einmal ins Ausland gehe, und sei es auch nur für zwei oder drei Jahre, habe es schwer, anschließend wieder eingegliedert zu werden. «In Frankreich ist es ähnlich», sagte Eils.

Diesem Problem sollte Deutschland in den USA nach Meinung von Eils stärker als bisher entgegentreten, indem es über seine Vorteile als Forschungsland aufkläre. Derzeit gilt Amerika im internationalen Vergleich noch als die Spitze. Doch China rückt auf und könnte den USA schon in wenigen Jahren die Position als führende Forschungsmacht der Welt streitig machen.