Freiburg (dpa) - Einige Spieler sackten enttäuscht zu Boden. Andere blickten nach dem Schlusspfiff regungslos ins Leere. Der VfL Wolfsburg hat beim SC Freiburg ein starkes Spiel gemacht und viele Chancen gehabt - aber am Ende wieder mit 1:2 (1:1) verloren.

Es war bereits die vierte Niederlage in Serie für den Tabellen-15. und die zweite unter dem neuen Trainer Pierre Littbarski. Der Absturz des Ex-Meisters in der Fußball-Bundesliga geht weiter. «Jetzt ist es echt dramatisch. Es wird richtig brenzlig», meinte Kapitän Marcel Schäfer. Der VfL war durch Patrick Helmes in der 28. Minute verdient in Führung gegangen, kassierte durch Stefan Reisinger (43.) und Papiss Demba Cissé (69.) aber noch zwei Treffer.

«Wir waren kämpferisch und spielerisch über weite Strecken überzeugend. Vieles sah schon nach Fußball aus», meinte Geschäftsführer Dieter Hoeneß. Aber auch er schränkte ein: «Nur mit Chancen und gutem Fußball werden wir es nicht schaffen. Wir müssen unbedingt Punkte holen.» Die Wolfsburger fühlten sich vor allem von Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) benachteiligt. Vor dem zu diesem Zeitpunkt völlig überraschenden Freiburger 1:1 hatte der in seinem ersten Bundesliga-Spiel ein Handspiel von Vorbereiter Anton Putsila als unabsichtlich eingestuft. «Das Tor war meiner Meinung nach irregulär. Die Spieler wurden um ihren Lohn gebracht», schimpfte Littbarski.

Das Siegtor erzielte der in der Winterpause noch vom VfL umworbene Cissé. 19 Millionen Euro soll der SC für den Torjäger gefordert haben, verriet Hoeneß der «Süddeutschen Zeitung». Eine weitere pikante Personalie: Bei beiden Toren sah Sascha Riether schlecht aus. Der VfL-Verteidiger hatte von 1998 bis 2007 für den SC gespielt.

Dabei sah es eine Halbzeit lang so aus, als würde Littbarskis Krisenmanagement wirken. Der neue Stürmer Helmes schoss nach Vorlage des neuen Mittelfeldspielers Tuncay das 0:1. Wolfsburg war deutlich engagierter und spielstärker. Die suspendierten Alexander Madlung und Thomas Kahlenberg wurden nicht vermisst, der im Gegenzug wieder aufgebotene und vom neuen Coach gestärkte Diego bot eine richtig gute Partie. Der Brasilianer initiierte mehrere gefährliche Aktionen und machte das VfL-Spiel diesmal schnell, statt es zu verschleppen.

Vor allem traten die Wolfsburger einen Tag nach dem Offenen Brief an ihre Fans («Zusammen müssen wir dieses Tal durchschreiten») endlich wie ein geschlossenes Team auf. «Wir werden die Punkte noch holen, wenn wir so weiter spielen. Der Weg stimmt», sagte Torwart Marwin Hitz, der den am Rücken verletzten Diego Benaglio vertrat.

Der Sportclub war vor 19 200 Zuschauern gut 40 Minuten lang nur ein Schatten der vergangenen Monate. Er ließ dem VfL zu viel Platz, wirkte ungewohnt desorganisiert und leistete sich viele Fehler. Die Fans begannen bereits nach jeder missglückten Aktion zu pfeifen, als Reisinger nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:1 traf.