Bonn (dpa) - Bei den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat der Telekom sind die Entschädigungszahlungen der früheren Manager Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel auf ein positives Echo gestoßen.

«Wir begrüßen, dass sie sich der Verantwortung stellen», sagte der Verdi-Bundesvorstand und stellvertretende Aufsichtsratschef des Unternehmens, Lothar Schröder, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Verstöße seien die Verantwortlichen teuer zu stehen gekommen. Die Zahlungen seien zudem ein Signal, dass sich der frühere Vorstandsvorsitzende und der Ex-Aufsichtsratschef verantwortlich fühlten für die Vorgänge.

Die Telekom hatte in den Jahren 2005 und 2006 zahlreiche Arbeitnehmervertreter, Betriebsräte und Journalisten bespitzelt. Ziel war es, eine undichte Stelle im Aufsichtsrat aufzudecken, über die Unternehmensinterna in die Öffentlichkeit gelangt waren. Ricke und Zumwinkel hatten stets beteuert, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben. Ende November vergangenen Jahres wurde ein Mitarbeiter der Konzernsicherheit zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Ricke und Zumwinkel wurden nicht angeklagt.

Gegen beide Manager erhob die Telekom Schadensersatzforderungen, die sich am Ende auf über 2 Millionen Euro belaufen sollten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Anwalts- und Gutachterkosten. Das Unternehmen machte zur Höhe der Zahlungen keine Angaben. Am Dienstag hatte sich der Konzern mit Ex-Managern auf einen Vergleich verständigt, wonach beide eine beträchtliche Summe an die Telekom zahlen werden.

Der Umfang der Zahlungen sei beachtlich, betonte auch Schröder, der ebenfalls keine genauen Angaben machen wollte. Er unterstrich, der erzielte Vergleich zeige, dass die Bespitzelung kein Kavaliersdelikt sei.