Tripolis/Kairo/Brüssel/Washington (dpa) - Die Welt erhöht den Druck auf Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi. Nach den USA und den Vereinten Nationen beschloss auch die Europäische Union Sanktionen gegen das totalitäre Regime Gaddafis. Die USA bewegen in der Region ihre Streitkräfte.

Militärische Optionen wie eine Flugverbotszone sind auf dem Tisch. Gaddafis Getreue wehren sich im Westen Libyens erbittert gegen die Kräfte der Opposition.

In Bewegung in der Region seien US-Marine- und Luftwaffeneinheiten, hieß es in Washington unter Berufung auf einen Pentagon-Sprecher. Ziel sei mehr Flexibilität für «eine volle Bandbreite von Optionen», zitierte der US-Fernsehsender ABC den Sprecher.

«Die Flugverbotszone ist eine Option, die wir aktiv in Erwägung ziehen», sagte US-Außenministerin Hillary Clinton nach Beratungen mit europäischen Partnern in Genf. «Wie wir bereits betont haben, ist nichts vom Tisch, solange die libysche Regierung weiter Libyer bedroht und tötet.»

Frankreichs Premier François Fillon zeigte sich skeptisch. Eine solche Lösung mache eine Beteiligung der Nato notwendig und könne nur mit einem Mandat des Weltsicherheitsrates umgesetzt werden, sagte er. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle warnte vor voreiligen Schritten.

Nach der Verhängung von Sanktionen wird auch bei den Vereinten Nationen eine Flugverbotszone erwogen, um das Blutvergießen zu stoppen. Eine solche Zone war schon früher gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein zum Schutze der Kurden und Schiiten und später auch in Bosnien eingesetzt worden war.

Die am Montag in Brüssel einstimmig beschlossenen Sanktionen richten sich gegen Gaddafi und mehr als 20 Familienmitglieder sowie hochrangige Führungskräfte. Sie dürfen nicht mehr in die 27 EU-Staaten einreisen. Vermögen von Gaddafis Familienangehörigen und Regierungsmitgliedern auf europäischen Konten werden eingefroren. Zudem gilt ein Waffenembargo.