Hamburg (dpa) - Die auf ihren Börsengang zusteuernde Container-Reederei Hapag-Lloyd hat 2010 dank des boomenden Frachtverkehrs einen Rekordgewinn eingefahren.

Die Gesellschaft, an der der weltgrößte Reisekonzern Tui noch knapp die Hälfte der Anteile hält, erzielte einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 583 Millionen Euro, wie Hapag Lloyd am Montag mitteilte. In der Wirtschaftskrise ein Jahr zuvor hatte Deutschlands größte Container-Reederei noch ums Überleben gekämpft und - nach angepassten Zahlen - einen operativen Verlust von 603 Millionen Euro eingefahren.

Im Gesamtjahr 2010 wuchs der Umsatz der Reederei um 39 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Dazu trug ein deutlich gewachsenes Transportvolumen ebenso bei wie die Frachtraten, die um ein Viertel höher lagen als ein Jahr zuvor.

«Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2010 ist ein klarer Beleg für die Fähigkeit Hapag-Lloyds, von der positiven Industrieentwicklung zu profitieren», sagte Vorstandschef Michael Behrendt. Die Reederei steuert derzeit auf ihren Börsengang zu, der nach bisherigen Angaben schon in wenigen Wochen anlaufen könnte.

Die jetzt vorgelegten Jahreszahlen waren im Prinzip schon aus den Ergebnissen der Tui AG hervorgegangen: Der MDax-Konzern hat im Gegensatz zur Hapag-Lloyd ein verschobenes Geschäftsjahr und hatte seine Zahlen für Oktober bis November bereits Anfang Februar vorgelegt.

Die Tui AG will sich von ihrer Beteiligung an Hapag-Lloyd in Höhe von 49,9 Prozent trennen. Im Fokus hat die Tui-Führung, die Aktien an die Börse zu bringen. Nach eigenen Angaben prüft sie jedoch zudem nach wie vor den Verkauf an Investoren. Die Mehrheit an Hapag-Lloyd hält das Hamburger Konsortium Albert Ballin, zu dem der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, die Stadt Hamburg sowie Banken und Versicherungen zählen.