Berlin (dpa) - Jackpot für Dzeko und van Bommel, Nieten für Simak und Guerrero: Das Transferkarussell der Bundesliga hat auch in diesem Winter einige Fußballer unsanft abgeworfen. Statt eines erhofften Wechsels blieben die Profis bei ihren alten Clubs hängen.

Dort droht ihnen weiter Bank, Tribüne oder Reserveteam. Während Superstars für stolze Summen den Arbeitgeber wechselten, blieb so mancher Spieler im Transfergeschacher auf der Strecke - und damit ohne Perspektive.

Gleich auf drei Ladenhütern blieb der VfB Stuttgart sitzen: Die abstiegsbedrohten Schwaben hätten in der Winterpause vor allem den offensiven Mittelfeldspieler Elson gerne abgegeben, Abnehmer fand sich aber keiner. Nun muss der Brasilianer wie Philipp Degen und Khalid Boulahrouz bis Juli warten, ehe er aus Stuttgart weg kann - Chancen auf Einsatzzeiten hat das Trio kaum noch. Zuletzt wurde gar Ermin Bicakcic aus der Reserve WM-Teilnehmer Boulahrouz vorgezogen.

Ein Stuttgarter Ersatzbank- und Tribünenkenner ist auch Jan Simak, der aktuell beim FSV Mainz 05 keinerlei Perspektive mehr besitzt. Auf der Suche nach einem neuen Verein blieb der Tscheche im Winter erfolglos, nun steht ein weiteres halbes Jahr Warten an.

Während bei Simak das Ende der Laufbahn näher rückt, ist der 21- jährige Eric Maxim Choupo-Moting vom besten Fußball-Alter noch etwas entfernt. Allerdings erlebte die Karriereplanung des Angreifers am Montag einen ebenso kuriosen wie bitteren Dämpfer: Weil ein Faxgerät streikte, platzte der Wechsel vom Hamburger SV zum 1. FC Köln. Die Wechselfrist war überschritten, und der Transfer damit vom Tisch.

Neben Ruud van Nistelrooy, der die Hansestadt ebenfalls verlassen wollte, Mladen Petric, Änis Ben-Hatira und Paolo Guerrero wird es für Choupo-Moting im Kampf um einen HSV-Stammplatz sehr schwer. Apropos Guerrero: Auch der Peruaner war für einen Wechsel im Gespräch, angeblich hatte Fulham Interesse. Aber der Deal platzte.

Auch der bei Werder Bremen ausgemusterte Jurica Vranjes hat den Absprung verpasst. Der Routinier wollte weg, konnte aber nicht. Zurückgeblieben ist böses Blut. «Es hat sich nie ein Club bei uns gemeldet», meinte Sportchef Klaus Allofs. «Das Interesse, von dem Juri erzählte, hat sich nie bewahrheitet. Die eigene Einschätzung seines Standings entspricht nicht der Wirklichkeit.»