London (dpa) - Dieses Wiedersehen macht Fernando Torres wenig Freude. Ausgerechnet bei seinem Einstand für den FC Chelsea trifft er gleich auf die ehemaligen Kollegen vom FC Liverpool.

Der spanische Fußball-Weltmeister weiß: Wenn am 6. Februar im Stadion an der Stamford Bridge der Thriller zwischen den «Blues» und den «Reds» über die Bühne geht, sind die Augen auf ihn gerichtet.

«Es ist nicht ideal, aber wenn ich die Chance habe zu spielen, werde ich mein Bestes tun und hoffentlich treffen», sagte das mit 59 Millionen Euro teuerste Transferobjekt in der Geschichte der Premier League.

Vor einer Woche hatte Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch sein neuestes Luxus-Spielzeug eingekauft. Der brasilianische Verteidiger David Luiz von Benfica Lissabon, zweiter Neuzugang bei den Londonern, war mit etwa 23 Millionen Euro vergleichsweise ein Schnäppchen. Doch auch die Liverpooler ließen sich nicht lumpen. Kurz vor Transferschluss gaben sie 70 Millionen Euro für Andy Carroll und Luis Suarez aus. Insofern ist das Spiel auch das Duell der Premier-League- Prasser.

Der Abschied ihres einstigen Liebling, der zuletzt oft lustlos wirkte, traf die «Reds»-Fans ins Herz. Einige verbrannten Torres- Trikots. «Der enttäuschendste Aspekt des Torres-Transfers war der Zeitpunkt», sagte Liverpool-Trainer Kenny Dalglish zuletzt und versuchte, die Wogen zu glätten.

«Keine einzelne Person ist wichtiger als der Verein. Er spielt jetzt für jemand anderen, wir werden damit leben», sagte der Schotte. Pikanterweise schoss Torres im Hinspiel im Oktober bei Chelseas 0:2- Schlappe in Liverpool, die die Schwächeperiode des Meisters und derzeitigen Tabellenvierten einläutete, beide Tore.

Der Stürmer bemühte sich, die Gemüter seiner ehemaligen Anhänger zu besänftigen. «Ich habe über Liverpool nur Gutes zu sagen. Sie haben mich zu einem Top-Spieler gemacht und mir die Chance gegeben, auf höchstem Niveau zu spielen», sagte Torres. «Ich bin dort sehr glücklich gewesen, aber nun ist die Geschichte anders, und ich spiele für Chelsea», meinte er. Und wenn er gleich am Sonntag gegen seinen einstigen Arbeitgeber trifft? «Dann wäre das Schicksal.»