In Kairo stehen die Zeichen auf Wandel - Mubarak isoliert

Kairo (dpa) - Zeitenwende in Ägypten: Unter dem Druck der Straße und der internationalen Staatengemeinschaft sinkt das alte Regime in die Knie. Zu Hunderttausenden forderten die Menschen heute ein Ende der Ära Mubarak. Die USA dringen inzwischen mit aller Macht auf einen Wandel, EU und UN verschärfen den Ton. Ein neuer ägyptischer «Rat der Weisen» mit unabhängigen Persönlichkeiten forderte Staatspräsident Husni Mubarak auf, die Verantwortung für die nun beginnende Übergangszeit seinem Vize Omar Suleiman zu übertragen. Heute lief auch ein Rücktritts-Ultimatum der Opposition an Mubarak aus.

Guttenberg: Müssen Umgang mit Diktaturen überprüfen

München (dpa) - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg fordert angesichts der Aufstände in der arabischen Welt ein Umdenken im Umgang mit Despoten. Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz erinnerte Guttenberg heute an die Pflicht des Westens, rasch demokratische Reformen in Ägypten, Tunesien und anderen Ländern der Region zu unterstützen. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen forderte - gerade mit Blick auf die Umwälzungen im Nahen Osten und Nordafrika - trotz knapper Kassen ausreichend Geld für Verteidigung und Sicherheit auszugeben.

EU-Staaten folgen Vorschlag für Wirtschaftsregierung

Brüssel (dpa) - Der Grundstein für eine gemeinsame Wirtschaftspolitik in der Europäischen Union scheint gelegt: Der Plan für eine Wirtschaftsregierung werde in das Gesamtpaket für eine Reform der Euro-Zone aufgenommen. Das teilte EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy heute auf dem Sondertreffen in Brüssel mit. Die EU-Staaten folgten damit dem deutsch-französischen Vorschlag für eine abgestimmte Wirtschaftspolitik der Euro-Länder. Demnach sollen sie sich künftig gemeinsamen Zielen bei Löhnen, Renten und Steuern unterwerfen. Kritik kam vor allem von kleineren EU-Ländern.

Tarifgespräche im öffentlichen Dienst vertagt