Frankfurt/Main/Cloppenburg (dpa) - Mit dem Fahrrad zur Börse: Erstmals in diesem Jahr hat sich ein Unternehmen neu auf das Börsenparkett gewagt. Die Aktie des Fahrradherstellers Derby Cycle aus Cloppenburg ist seit Freitag an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Der erste Kurs lag bei 13,15 Euro und damit klar über dem Ausgabepreis der Aktien von 12,50 Euro, teilte das Unternehmen mit. «Das ist ein schöner Erfolg für uns. Wir freuen uns, dass der Börsengang so gut gelungen ist», sagte Vorstandschef Mathias Seidler. Zum Börsenschluss lag der Kurs dann bei 12,69 Euro - ein Plus von 1,52 Prozent.

Seidler dürfte sich auch über die zusätzliche Aufmerksamkeit freuen, die die Börsenpremiere 2011 dem Unternehmen beschert. Tatsächlich handelt es sich um einen eher kleinen Börsengang: Die Marktkapitalisierung zum Börsenstart liegt laut Derby Cycle bei 98,6 Millionen Euro. Zum Vergleich: Beim Dax-Schwergewicht Siemens beträgt der Börsenwert derzeit mehr als 85,5 Milliarden Euro.

Die traditionsreiche niedersächsische Firma beschäftigt 551 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von 173 Millionen Euro. Damit ist Derby Cycle nach eigenen Angaben der größte deutsche Fahrradhersteller.

Dem Unternehmen fließen beim Börsengang aus einer Kapitalerhöhung 18,8 Millionen Euro zu. Damit will Derby Cycle, zu dem unter anderem die Marken Kalkhoff, Rixe und Raleigh gehören, sein internationales Wachstum finanzieren und das Geschäft mit Elektrofahrrädern ausbauen.

Derby Cycle