Der FC St. Pauli lässt die Manipulationsvorwürfe gegen einige seiner Spieler nicht auf sich sitzen. Auf einer Pressekonferenz betonte der Club, dass drei Profis als Zeugen verhört worden seien. Für diese Spieler lege er die Hand ins Feuer, sagte Coach Holger Stanislawski.

Hamburg (dpa) - Der FC St. Pauli ist im Fußball-Wettskandal voll in die Offensive gegangen. Der Bundesliga-Aufsteiger setzte sich am Dienstag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz nicht nur gegen Behauptungen zur Wehr, dass aktuelle und ehemalige Spieler des Clubs an Spielmanipulationen beteiligt gewesen sein sollen.

Er machte erstmals auch die Namen von drei als Zeugen geladenen Profis öffentlich und mahnte einen sorgsamen Umgang mit diesem äußerst sensiblen Thema an. «Wir werden mit der gesamten juristischen Schlagkraft, die dem Verein zur Verfügung steht, gegen Unwahrheiten vorgehen», betonte Sportchef Helmut Schulte.

Zuvor hatte Vizepräsident Gernot Stenger erklärt, dass die seit Jahren für die Norddeutschen spielenden Profis Florian Bruns, Ralph Gunesch und Carsten Rothenbach Mitte Januar als Zeugen im Prozess vor der zuständigen Staatsanwaltschaft Bochum ausgesagt hätten. «Wir wollen ganz deutlich sagen, dass es kein Ermittlungsverfahren gegen diese drei Spieler gibt», sagte Jurist Stenger. Holger Stanislawski betonte, er würde für dieses Spieler-Trio «die Hand ins Feuer legen».

«In diesem Fall wird kriminellen Wettpaten Gehör geschenkt. Ich als verantwortlicher Trainer und als Person Holger Stanislawski verbürge mich für die drei Spieler und habe hundertprozentiges Vertrauen zu ihnen», sagte der Coach und echauffierte sich: «Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn halbseidene Berichte verfasst werden.»

Am Montagabend hatte die ARD im Magazin «Fakt» berichtet, einer der Hauptverdächtigen im Wettskandal habe bei seiner Vernehmung Namen genannt. Dabei soll es sich um sechs frühere und aktuelle St.-Pauli- Profis handeln, sieben Spiele mit Beteiligung der Norddeutschen seien verdächtig. «Das TV-Magazin präsentierte keine Beweise für die Verschiebung von Spielen und noch nicht einmal die Namen angeblich Beschuldigter wurden genannt», sagte ein DFL-Sprecher. Und ergänzte: «Es ist daher fahrlässig und unseriös, im derzeitigen Stadium von einem Bundesliga-Skandal zu sprechen.»

Der Kiez-Club erinnerte daran, dass schon öfter von Personen, die als Beschuldigte vernommen wurden, St.-Pauli-Spieler belastet worden waren. So habe man sich schützend vor den namentlich genannten Profi Mathias Hain gestellt. «Und dies völlig zu Recht, denn die ohne Prüfung und unverantwortlich geäußerten Vorwürfe gegen Mathias Hain haben sich nach unserer Auffassung als völlig haltlos erwiesen.»