Kamen (dpa) - Gerade erst hat Deutschlands Nummer 1 alle Dortmunder im Revier-Derby zur Verzweiflung getrieben. Nun will ein Schalker in Dortmund Italiens Stürmer entnerven. Manuel Neuer hat alle Torwart-Debatten im DFB-Team gestoppt; nur die Diskussion um seine Zukunft geht weiter.

Seine Einsatzgarantie bekam er als Erster, an seinem Nummer-1-Status gibt es nichts mehr zu rütteln - und inzwischen verneigen sie sich sogar in Dortmund vor ihm. Nicht nur die Fans von Schalke 04, sondern auch die Expertenschar mit «Kaiser» Franz Beckenbauer an der Spitze hält Manuel Neuer derzeit für den besten Ballfänger auf dem Fußball-Globus. «Er ist ein Weltklassemann», erklärte Dortmunds Supertalent Mario Götze (18) mit viel Respekt im Kreis der deutschen Nationalmannschaft, die am Mittwoch mit Super-Neuer nach fast 16 Jahren endlich wieder einmal den viermaligen Weltmeister Italien schlagen will.

Der erst 24 Jahre alte Neuer hat nicht zuletzt mit einer beeindruckenden Vorstellung bei der WM in Südafrika dafür gesorgt, dass es eine Torwart-Diskussion im DFB-Team nicht mehr gibt. Noch vor elf Monaten hatte Bundestrainer Joachim Löw den Leverkusener René Adler zur Nummer 1 in Fußball-Deutschland ernannt. Doch es kam anders: Adler verletzte sich, Neuer packte seine Chance beim Schopf. «Ich habe von der WM viel Selbstvertrauen mitgenommen», betonte der Ur-Schalker Neuer vor seinem 16. Länderspiel.

«Manuel hat uns jeden Nerv geraubt», sagte der junge Götze zum jüngsten Superauftritt von Neuer beim 0:0 im Revier-Derby. «Warum hast Du denn alles gehalten?», scherzte der Dortmunder Youngster beim Wiedersehen in der Sportschule Kaiserau. Und Auswahl-Kollege Neuer, der sich sogar bei Spielern und Fans des Erzrivalen BVB viel Respekt erarbeitet hat, tröstete Nationalmannschafts-Frischling Götze: «Das nächste Mal lasse ich vielleicht einen rein.» Das passierte schon im Training der Nationalelf, als Götze zweimal gegen Neuer traf.

Gemeinsam wollen der Schalker Torhüter und der BVB-Youngster nun im Dortmunder Stadion Tore für Deutschland bejubeln. «Früher gab es auch mal mehr Schalker im Team, jetzt mehr Dortmunder. Jetzt haben wir alle das gleiche Trikot an», sagte Neuer, dessen modernes und erfolgreiches Torwartspiel längst die Begehrlichkeiten der Topclubs in ganz Europa geweckt hat.

Verbrieft ist das intensive Interesse des FC Bayern. Zuletzt soll auch Manchester United mit 26 Millionen Euro für einen Neuer-Einkauf geworben haben. «Zu meiner Zukunft gibt es keinen neuen Stand», erklärte der Schalker am Dienstag in der «Bild»-Zeitung. Und zum FC Bayern? «Gleiche Antwort.» Das Rätselraten geht weiter - nur nicht mehr über die Nummer 1 im deutschen Tor.