Zürich (dpa) - Die Schweizer Großbank UBS befreit sich aus der tiefsten Krise ihrer Unternehmensgeschichte: Zum ersten Mal seit drei Jahren schrieb UBS wieder schwarze Zahlen. Der Überschuss betrug im vergangenen Jahr 7,2 Milliarden Schweizer Franken (rund 5,5 Mrd Euro), wie die Bank mitteilte.

Der Gewinn lag leicht unter den Erwartungen der Experten - allerdings konnte die Bank mehr Geld einsammeln als prognostiziert. Am Markt wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Am Mittag lag die Aktie der UBS an der Börse in Zürich mit 0,97 Prozent im Plus bei 17,67 Franken. Einige Händler äußerten sich allerdings enttäuscht, weil die UBS die Erwartungen speziell bei der Nettoneugeldentwicklung in der Vermögensverwaltung verfehlte.

Das Nettoneugeld ist für die Bank von großer Bedeutung. Das weltweit zu den größten Vermögensverwaltern zählende Institut hatte unter anderem wegen eines Steuerstreits in den USA massiv an Kundenvertrauen verloren, Gelder in Milliardenhöhe wurden abgezogen. Die Bank zählt zu den größten Verlierern der Finanzkrise. Sie hatte zwischen 2007 und 2009 Verluste von knapp 30 Milliarden Franken angehäuft.

Im vierten Quartal habe es wieder vermehrte Kundenaktivitäten gegeben, berichtete die Bank. Der Nettoneugeldzufluss stieg in den letzten drei Monaten des Jahres auf 7,1 Milliarden Franken im Vergleich zu 1,2 Milliarden Franken im dritten Quartal. Neues Geld kam zwar auch aus der Schweiz, aber zu bedeutenden Teilen aus Asien und den Schwellenländern. Bankchef Oswald Grübel rechnet hier auch im ersten Quartal des neuen Jahres mit weiteren Fortschritten. Eine Dividende werde die Bank für 2010 wie erwartet nicht auszahlen.

In der Sparte Investmentbanking wies UBS einen Gewinn vor Steuern aus, nachdem im Quartal davor ein Minus von rund 400 Millionen Franken ausgewiesen wurde. Mit 75 Millionen Franken enttäuschte die Bank allerdings die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 381 Millionen Franken gerechnet hatten.