Hamburg (dpa) - Acht Säulen ragen in den Himmel aus 600 Scheinwerfern, imposant erstreckt sich eine Nachbildung der Akropolis über die gesamte Breite der Bühne. Doch die Augen der 20 Tänzer und 8000 Zuschauer in der «O2 World» sind nicht auf die Imitation des griechischen Bauwerks gerichtet.

In der Mitte der Bühne tut sich der Boden auf, eine goldene Muschel steigt langsam empor. Kylie Minogue steigt, als griechische Göttin Aphrodite verkleidet, die goldenen Stufen herab. Umgarnt von den Tänzern stimmt sie das gleichnamige Lied ihres aktuellen Albums an.

«Das Showgirl ist zurück», verspricht die Sängerin ihren Fans in Deutschland und enttäuscht das Publikum bei der Deutschlandpremiere ihrer «Aphrodite - Les Folies»-Welttournee nicht. Minogue inszeniert sich perfekt als griechische Göttin der Liebe und der Schönheit. Kunst, Kitsch und Kylie - mit dieser Mischung gelingt dem Weltstar eine atemberaubende Bühnenshow, die sie in den kommenden Wochen insgesamt sechs Mal in Deutschland präsentieren wird.

Kaum ist die goldene Muschel wieder im Hallenboden versunken, reitet Kylie «Illusion» singend auf einem goldenen Pegasus auf die Bühne, um sich wenig später von ihren als Sklaven verkleideten Tänzern im Streitwagen über den Laufsteg ziehen zu lassen. Droht die Show - wie beim Auftritt des schwebenden Engels bei «There Must Be An Angel» - zu kitschig zu werden, versöhnt Kylie Zweifler mit dem nachdenklichen und ruhigen Stück «If You Don't Love Me», das ganz ohne Firlefanz auskommt.

Immer wieder verschwindet Kylie an diesem Abend zwischen den Säulen, um das Publikum kurz darauf mit einem neuen Kostüm zu überraschen. Mal kehrt sie als Diva im glamourösen Abendkleid zurück, dann in den typischen Hotpants. Beinahe ein Jahr bereitete sich das Team auf die Welttournee vor. Insgesamt 200 Kostüme sind für die Sängerin, ihre Band, 18 Tänzer und Luftakrobaten sowie die beiden Backgroundsängerinnen angefertigt worden.

Überwiegen am Anfang noch Weiß und Gold, wird es zunehmend bunter. Der farbliche Höhepunkt ist erreicht. als sich der Platz vor der Akropolis in ein Sambadrom verwandelt, mit Samba-Tänzerinnen und Tanzeinlagen, die an den brasilianischen Nationalsport Capoeira erinnern. Mittendrin Kylie, die «Better The Devil You Know» anstimmt. Die Partystimmung schwappt spätestens jetzt auch auf die obersten Zuschauerränge über.

Kaum sind die letzten Töne verstummt, steht die 42-Jährige zum ersten Mal an diesem Abend fast allein auf der großen Bühne. Nur Band und Backgroundsängerinnen sind noch zwischen den Säulen versteckt. «Gibt es einen bestimmten Song, den ihr gerne hören wollt?», fragt Minogue das Publikum. Den gibt es: Die Mehrheit wünscht sich «Your Disco Needs You». Was folgt, ist Kylie pur.