Hannover (dpa) - Der russische Sicherheitssoftware-Spezialist Kaspersky rechnet mit weiteren Angriffen auf Industrie und lebenswichtige Infrastrukturen nach dem Vorbild des Stuxnet-Virus. «Das ist eine große Gefahr», betonte Gründer Eugene Kaspersky am Dienstag auf der IT-Messe CeBIT in Hannover.

Das Stuxnet-Virus war auf eine bestimmte Art von Siemens-Industrieanlagen ausgerichtet, das Ziel war mutmaßlich das iranische Atomprogramm. Die Software ist so komplex und so teuer in der Entwicklung, dass Experten mehrere Geheimdienste dahinter vermuten.

Online-Kriminelle werden in Zukunft noch mehr die Smartphones ins Visier nehmen, warnte Kaspersky. «Es ist eine lukrative Industrie, und sie geht dorthin, wo die Nutzer sind - und das Geld.» Die «Post-PC-Ära» sei angebrochen. «In Zukunft werden wir im Alltag weitgehend ohne die heute üblichen Computer auskommen und alles mit unseren Handys machen.» Daher würden sich auch die Internet-Kriminellen umstellen.

Auch der Trend zum Cloud Computing bringe neue Risiken: «Die Frage ist: Wer ist zuständig für die Sicherheit in der IT-Wolke?» Wenn der Anbieter des Cloud-Dienstes sich nicht genug um die Sicherheit kümmere, nütze auch der beste Virenschutz auf einem Computer nichts.