Hannover/Frankfurt (dpa) - Nach der wirtschaftlichen Erholung 2010 soll die deutsche Elektrotechnik in diesem Jahr weiteren Rückenwind aus der IT-Wirtschaft bekommen.

Der erwartete Umsatzzuwachs auf 175 Milliarden Euro erkläre sich vor allem durch ihre Rolle als Schlüsselbranche, sagte der Chefvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Andreas Gontermann, am Dienstag auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Infolge des brummenden IT-Geschäfts würden die Produkte als «Basistechnologien» immer gefragter. Dies gelte für den Einsatz von Elektrotechnik und Elektronik im Umweltschutz und in neuen Energienetzen, aber auch bei der Entwicklung von Antrieben und Ausstattungen für Elektroautos.

2010 hatte die Branche ihre Erlöse nach einem Vorjahres-Einbruch um ein Fünftel wieder um 14 Prozent auf 165 Milliarden Euro erhöht. Die Exporte nahmen um 23 Prozent auf 151 Milliarden Euro zu. Der direkte Umsatzanteil an IT-Produkten ohne Unterhaltungselektronik betrug zwar nur insgesamt sechs Prozent. Er lasse sich allerdings ausbauen, meinte Gontermann. Zusehends angespannt sei die Lage jedoch bei der Beschaffung von Rohstoffen - etwa bei der Produktion von Handys, Flachbildschirmen, Festplatten oder CD- und DVD-Laufwerken.

Laut einer gemeinsamen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln und des ZVEI haben allein die Produktivitätsschübe in der Elektrotechnik in der zweiten Hälfte der 90er Jahre fast ein Drittel zum Wirtschaftswachstum in Deutschland beigetragen. Dieser Anteil könne weiterhin zunehmen, weil immer mehr Komponenten in elektronischen Systemen verarbeitet würden, sagte IW-Wissenschaftler Michael Grömling. Der Fortschritt werde angetrieben von neuen Entwicklungen in der Verkehrs-, Haus-, Medizin-, Automobil- und Automatisierungstechnik. «Die Technologien durchdringen sich zunehmend», erklärte ZVEI-Sprecher Rainer Bechtold.

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