Berlin (dpa) - Die Plagiatsjäger vom Guttenplag-Wiki bedauern, dass Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in seiner Rücktrittserklärung «keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft» seiner Dissertation gefunden habe.

Aus aktuellem Anlass wollen sie am heutigen Dienstag einen zweiten Zwischenbericht zur Doktorarbeit des Politikers veröffentlichen. In dem Wiki hatten Internetnutzer gemeinsam dokumentiert, wo Guttenberg abgeschrieben haben könnte. Durch die zahlreichen Fundstellen war der Druck auf ihn stark gewachsen.

Es sei nie das Ziel gewesen, den Verteidigungsminister aus dem Amt zu drängen, hieß es in einer Erklärung, die der Betreiber am Dienstag auf die Website stellte. Man habe die «Umstände, unter denen die Dissertation entstanden ist», aufklären wollen.

Ob und in welcher Weise die kollaborative Arbeit nun weitergeht, ließ der Betreiber offen. «Wir haben explizit noch keine konkreten Pläne, weitere Arbeiten zu untersuchen», schrieb der Doktorand, der anonym bleiben will, in einer E-Mail an die Deutsche Presse-Agentur. «Letztlich ist das Wiki aber nicht zentral gesteuert, so dass es jedem freisteht, zu machen was er will.»

Andere Internetnutzer hatten bereits angekündigt, in dem neuen Wiki PlagiPedi (http://de.plagipedi.wikia.com) die Dissertationen weiterer Politiker auf mögliche Plagiate untersuchen zu wollen.

Zur Rolle des Projekts in der Guttenberg-Affäre erklärte der Doktorand: «Das GuttenPlag-Wiki hat sicher dazu beigetragen, dass die Aufarbeitung der Dissertation in der Öffentlichkeit stattfand. Auch wird aus den hier gesammelten Plagiaten der Täuschungsvorsatz offensichtlich.»

Guttenberg-Wiki