New York (dpa) - Die gleichen chinesischen Hacker, die vor mehr als einem Jahr den Internetkonzern Google angegriffen hatten, sind nach einem US-Medienbericht auch in die Computer der Investmentbank Morgan Stanley eingedrungen.

Das wäre ein harter Schlag für das Geldhaus, denn auf den Festplatten der Banker liegen massenhaft brisante Daten. Morgan Stanley berät Unternehmen weltweit bei Übernahmen oder Fusionen und ist zudem einer der größten Vermögensverwalter für wohlhabende Privatleute.

Die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg zitierte am späten Montag (Ortszeit) aus internen E-Mails einer Internetsicherheitsfirma, die für Morgan Stanley arbeitete. «Sie sind hart von den wahren Aurora-Attacken getroffen worden », schrieb demnach ein Techniker an seinen Chef bei der Sicherheitsfirma HBGary. «Sie haben mir Zugang zu einem sehr sensiblen Bericht über ihre Erfahrungen mit Aurora gewährt.» Welche Informationen gestohlen wurden, blieb indes offen.

Die Bank selbst äußerte sich nicht direkt zum Fall. Morgan Stanley gehört zu den Größen an der Wall Street und arbeitet auch für Kunden in Deutschland. Bloomberg zitierte den hochrangigen FBI-Beamten Steven Chabinsky mit den Worten, dass es Hacker derzeit verstärkt auf Informationen zu Übernahmen und Fusionen abgesehen haben. Nachdem es der Wirtschaft wieder besser geht, steigt die Zahl solcher Geschäfte. Und jede Information der Gegenseite ist in den Verkaufsverhandlungen bares Geld wert. Auch chinesische Unternehmen sind auf Einkaufstour.

Die 2009 gestarteten Hackerangriffe auf eine ganze Reihe von US-Konzernen waren im Januar 2010 ans Licht gekommen, als Google sie öffentlich anprangerte. Unter anderem hatten die Hacker versucht, die E-Mail-Konten von Regimegegnern zu knacken. In den USA wird vermutet, dass die chinesische Regierung hinter den Attacken steckt. Google hatte sich nach den Angriffen nicht mehr den Zensurbestimmungen in der Volksrepublik beugen wollen und sich teils aus dem Riesenland zurückgezogen.

Bloomberg-Bericht