München (dpa) - Heißes Torwartduell, Magaths München-Rückkehr, Chance zur Revanche - und für Louis van Gaal soll der Pokal-Klassiker nach der Pleite gegen Dortmund Startschuss für einen mitreißenden Saison-Endspurt werden.

«Okay, wir können nicht mehr Meister werden. Aber wir können noch viel gewinnen. Ich glaube daran und glaube auch, dass die Spieler daran glauben», sagte der Trainer des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München einen Tag vor der Halbfinal-Partie gegen den FC Schalke 04 am Mittwoch. Es wäre «natürlich fantastisch», den Pokal zu gewinnen, sagte der Niederländer und äußerte zudem seine Hoffnung, auch in der Champions League noch etwas «wahr machen zu können».

Aber das ist für den Gewinner des Achtelfinal-Hinspiels gegen Inter Mailand noch verdammt weit weg, erst einmal lautet Schalke die ewig brisante Aufgabe. «Das Spiel ist für Schalke noch mehr ein Der-Tod-oder die Gladiolen-Spiel. Ich denke, dass ein Club wie Schalke sich immer für Europa qualifizieren will. Das wird schwer, wenn sie verlieren», betonte van Gaal.

Das sieht Schalkes Trainer Felix Magath naturgemäß ein bisschen anders. «Der FC Bayern ist der Favorit, aber auch wir haben durchaus die Chance, ins Finale zu kommen und sogar einen Titel zu gewinnen. Der Pokal ist für uns nun einmal die beste Möglichkeit, einen internationalen Wettbewerb zu erreichen», meinte er, wies aber zugleich auf das «schwerste Los» hin.

Auch wenn seit der Zeit seines Double-Gewinns 2005 und 2006 mit den Bayern und der Entlassung 2007 schon ein paar Jahre vergangen sind - Siege gegen den Rekordmeister schmecken Magath immer besonders gut. Allerdings muss der Coach wohl kurzfristig auf Torjäger Klaas-Jan Huntelaar verzichten. Der Niederländer verletzte sich beim Training in München am Knie und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Nach der 1:3-Schmach gegen Borussia Dortmund am Samstag wollen die Münchner «im vorgezogenen Endspiel» (Sportdirektor Christian Nerlinger) gegen den nächsten Ruhrpott-Club die nächste Pleite verhindern. Nicht nur van Gaal, auch Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge warnte aber vor dem Tabellenzehnten, dessen Spieler «wie die Teufel» kämpfen werden. «Ich glaube, es ist nicht vermessen, zu sagen, dass der Gewinner dieses Halbfinalspiels auch der große Favorit im Endspiel sein wird, weil man dort auf einen Zweitligisten trifft», sagte Rummenigge, dessen Team in 25 Pokal-Heimspielen nacheinander ungeschlagen ist.

Im Dezember gab es in der Liga ein 2:0 der Schalker - auch dank eines überragenden Manuel Neuer. «Ich finde, er ist ein super Torwart», sagte Münchens Turbo-Dribbler Arjen Robben über einen der «Weltbesten». Aber unbezwingbar sei er nicht. «Ich glaube, dass nicht Superman im Tor steht. Gegen ihn kann man auch Tore schießen.» Eindrucksvoll stellte Robben selbst das im März 2010 beim 1:0 im Halbfinale in Gelsenkirchen mit seinem Traumsolo in der Verlängerung unter Beweis. Darauf könnte er diesmal seinetwegen auch verzichten: «Ich hoffe nicht, ich hoffe, wir können es in 90 Minuten schaffen.»