Berlin (dpa) - Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist von seinen Unterstützern mit Bedauern aufgenommen worden, für seine Gegner war die Entscheidung längst überfällig.

Die Wissenschaft reagierte mit Erleichterung, die Bundeswehr mit Enttäuschung, wie ein Überblick über wichtige Reaktionen zeigt.

BUNDESREGIERUNG:

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie sei völlig überrascht worden und habe das Rücktrittsgesuch «schweren Herzens» angenommen. Sie sei - wie viele Menschen im Land - betrübt darüber. Guttenberg habe die Herzen der Menschen erreicht. Sie sei überzeugt, dass sich «in welcher Form auch immer» auch in Zukunft die Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit Guttenberg ergeben werde.

Außenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle stufte die Rücktrittsentscheidung als folgerichtig ein. «Das ist eine Entscheidung der Konsequenz». Für Westerwelle ist die Regelung der Nachfolge jetzt Sache der Union.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) nahm den Rücktritt «mit Bedauern und Respekt» zur Kenntnis, wollte sich aber nicht weiter äußern. Der Innenminister könnte ein Kandidat für die Nachfolge des über die Plagiatsaffäre gestürzten Ministers sein.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) war vor allem damit beschäftigt, Gerüchte zu zerstreuen, er könne Nachfolger Guttenbergs werden. «Meine Kinder sind zu klein, um jetzt nur noch in gepanzerten Wagen herumzufahren», sagte er der «Rheinischen Post».