Hessens Ministerpräsident und CDU-Vize Volker Bouffier nannte den Schritt des Franken «eine richtige Entscheidung». Guttenberg habe einen schweren Fehler gemacht. Der CSU-Politiker habe sich aber nicht nur um die Reform der Bundeswehr große Verdienste erworben. «Seine hohe Beliebtheit in der Bevölkerung ist ein Ausweis dafür, dass es ihm gelungen ist, in der Politik Themen so anzusprechen, dass viele Menschen sich in ihm wiedergefunden haben.» Guttenberg müsse selbst über eine mögliche Rückkehr entscheiden. «Ich kann nur sagen, es ist eine ganz außergewöhnliche politische Begabung.»

Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) lobte Guttenbergs politische Leistung: «Er hat eine vorzügliche Arbeit gemacht in seinem Amt als Verteidigungsminister.» Der schleswig-holsteinischen Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) sagte zum Rücktritt: «Man kann lange darüber diskutieren, ob er zu spät kommt.» Die Angelegenheit habe der Union geschadet, weil sie einer unangenehmen Diskussion ausgesetzt sei. «Aber die Union wird fertig werden damit, und die Bundeskanzlerin wird auch fertig damit.»

WISSENSCHAFT:

Nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Regierung mit ihrem Verhalten im Fall Guttenberg zum von ihr beklagten Werteverfall beigetragen. Der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne sagte, Bundeskanzlerin habe Guttenbergs schweres wissenschaftliches Fehlverhalten bis zuletzt bagatellisiert.

Der Präsident der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr, Wilfried Seidel, sagte: «Die Vorwürfe gegen Herrn zu Guttenberg und der Umgang damit drohten, das Ansehen der Wissenschaft in Deutschland nachhaltig zu beschädigen. Deshalb begrüße ich, dass Herr zu Guttenberg seinen Respekt gegenüber der Wissenschaft bekundet und durch seinen Rücktritt den drohenden Schaden abgewendet hat.»

BUNDESWEHR:

Der Chef des Bundeswehrverbands, Ulrich Kirsch, betonte: «Offenbar hat die Plagiatsaffäre in den letzten Tagen und Stunden die Reformbestrebungen für die Bundeswehr derart überlagert, dass keine vernünftige Sacharbeit mehr möglich war». Guttenberg habe die Streitkräfte und besonders den Einsatz in Afghanistan nachhaltig in das Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit gerückt.