Stuttgart (dpa) - Die Opposition beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart um den Bankmanager Björn Seemann ist von ihrem scharfen Konfrontationskurs abgerückt. Sie spricht nun nicht mehr davon, die Führung des Fußball-Bundesligisten in jedem Fall ablösen zu wollen.

Zwar könne auch er sich vorstellen, VfB-Präsident zu werden, sagte Seemann am Dienstag in Stuttgart. Sie seien aber «keine Aufständischen oder Aufrührer, wir wollen niemanden stürzen», betonte der Geschäftsführer der Stuttgarter Niederlassung des Schweizer Bankhauses Julius Bär. Beim VfB haben derzeit Erwin Staudt als Präsident und Aufsichtsratschef Dieter Hundt das Sagen.

Seemann ist der Kopf einer Gruppe von «acht bis zehn Leuten», deren Namen er aber nicht nennen wollte. Sie hätten ein Konzept mit Werten wie Ehrlichkeit, Transparenz und Glaubwürdigkeit entwickelt, das den kriselnden schwäbischen Traditionsclub in eine erfolgreiche Zukunft führen soll. «Es ist Zeit, dass man handeln muss. Wir wollen uns einbringen, aber niemanden absägen», sagte Seemann.

Der VfB dürfe künftig nicht mehr von einzelnen Personen abhängig sein. «Das Konzept und der Verein müssen über allem stehen. Der Einzelne zählt nichts.» Beraten wird die Gruppe vom früheren VfB-Geschäftsführer Thomas Weyhing, der aber erklärte, selbst kein Mitglied zu sein.

Über die künftige Führung solle die nächste Mitgliederversammlung entscheiden, für die es noch keinen Termin gibt. Nach der derzeitigen Satzung schlägt aber der Aufsichtsrat um den Arbeitgeberpräsidenten Hundt den Mitgliedern den Präsidentschaftskandidaten vor. Geändert werden kann sie nur mit einer Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder.

Der 39-jährige Seemann will deshalb nach der Saison das Gespräch mit Hundt suchen. «Wir wollen einen eigenen Kandidaten präsentieren», erklärte Seemann, ohne seine Strategie weiter auszuführen. Es gehe jetzt erst einmal darum, nicht abzusteigen. Das wäre der «Supergau».