Berlin (dpa) - Der Überflieger bleibt an Bord. Gerade mal fünf Zeilen lang war die Pressemitteilung, für Sebastian Vettel und Red Bull könnte sie aber der Grundstein für eine neue Formel-1-Ära sein.

Der 23 Jahre alte Weltmeister verlängerte vorzeitig um weitere zwei Jahre seinen Vertrag mit dem Rennstall des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz. Vettel wird damit bis mindestens 2014 für Red Bull Gas geben. «Der Grund für meine Verlängerung bei Red Bull ist, dass ich mich bei Red Bull sehr wohl fühle», erklärte Vettel auf seiner Homepage.

Laut britischer BBC sagte Teamchef Christian Horner, dass der Vertrag weder eine Ausstiegsklausel noch Optionen beinhalte. «Es ist gut, das wir das vor der Saison erledigt haben, denn Gerüchte mit anderen Teams kamen auf», meinte Horner. Mit den Gesprächen habe man zu Beginn des Jahres begonnen und «dann ging es schnell».

Die Begründung für die Einigung im weltmeisterlichen Formel-1-Tempo lieferte Vettel: «Ich bin stolz, Teil des Teams sein zu dürfen. Ich bin auch stolz auf das, was wir bisher erreicht haben und in Zukunft erreichen können», sagte der Heppenheimer weniger als zwei Wochen vor dem Saisonauftakt, bei dem er gleich wieder durchstarten will. «Man muss da gar kein großes Geheimnis draus machen. Als Rennfahrer willst du immer im schnellsten Auto sitzen, weil du immer gewinnen willst», betonte Vettel, dessen Teamkollege vorerst nur noch dieses Jahr an Red Bull gebunden ist.

Man schaue also immer dahin, wo man das beste Paket bekomme. «Und da fühle ich mich bei Red Bull im Moment sehr wohl.» Kein Wunder, gilt doch auch der neue RB7 schon wieder als Siegauto. Bei den zurückliegenden Testfahrten erwies sich der Wagen als schnell und zuverlässig. Red Bull gilt vorerst wieder als Maß der Dinge.

Über weitere Vertrags-Modalitäten wurde nichts bekannt. Klar dürfte sein, dass die Bezüge des Hessen nach seinem WM-Triumph in der vergangenen Saison noch einmal angehoben wurden. Zudem soll ihm zugestanden worden sein, weniger PR-Termine absolvieren zu müssen. Konzentration aufs Wesentliche, das Rennfahren ist die Devise, zumal nun auch noch Kumpel Michael Schumacher und dessen Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg nach ihrem starken Testfinale wohl zum Favoritenkreis zu rechnen sind.

Die weitere Zusammenarbeit von Red Bull und dessen ehemaligem Junior, der via Schwesterteam Toro Rosso (2007 und 2008) zum Hauptrennstall von Mateschitz aufstieg, ist auch eine Absage an Ferrari. Zumindest vorerst. Immer wieder war spekuliert worden, dass Vettel nach seinem bisherigen Kontrakt - bis 2011 mit Option für 2012 - zur Scuderia wechseln könnte. «Prinzipiell wird Sebastian so lange bei uns fahren, wie er sich wohl fühlt und wir ihm ein wettbewerbsfähiges Auto geben können», hatte auch Mateschitz vor der Bekanntgabe in einem dpa-Interview bekräftigt.