Berlin (dpa) - Die Nachrichten aus Japan verängstigen immer mehr Menschen. Wie groß ist die Bedrohung durch die beschädigten Atomkraftwerke? Was bedeuten sie für Deutschland? Behörden und Gesundheitsexperten antworten.

Wie groß ist die Gefahr in Japan?

Die Informationslage war auch am Montag unübersichtlich. Generell gilt: Mögliche Gesundheitsschäden hängen von Dauer, Art und Stärke einer Strahlenbelastung ab. Experten unterscheiden zwischen akuten Schäden und Spätfolgen. Wer bei atomaren Katastrophen hohen Strahlendosen ausgesetzt ist, erkrankt leichter an Krebs. Bösartige Tumore können auch Jahre oder sogar Jahrzehnte später auftreten. In der engsten Umgebung des Reaktors kann bei einer Kernschmelze möglicherweise die Belastung so hoch sein, dass es zur akuten Strahlenkrankheit kommt: Fieber, Übelkeit, Verbrennungen von Haut und Mundraum, Haarausfall, innere Blutungen und schlimmstenfalls der Tod.

Wie kann sich die Bevölkerung dort schützen?

Das Beste ist die Evakuierung der betroffenen Region. Auch die Einnahme von Jodtabletten zum Schutz der Schilddrüse hilft. «Einfacher Atemschutz ist dagegen kaum in der Lage, das Einatmen flüchtiger radioaktiver Stoffe zu verhindern», betonte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Lebensmittel aus belasteten Regionen können auch langfristig kontaminiert sein und sollten nicht gegessen werden.

Welche Strahlenbelastung ist in Europa zu erwarten?

Gelangen radioaktive Substanzen in die Umwelt, werden sie mit dem Wind verteilt. Je weiter sie fortgetragen werden, umso geringer ist ihre Konzentration. Zusätzlich nimmt nach Angaben des BfS die Konzentration der radioaktiven Stoffe auch dadurch ab, dass einige Radionuklide mit der Zeit zerfallen. Dies trifft zum Beispiel auf radioaktives Jod zu. Zudem kann Regen Partikel aus einer radioaktiven Wolke auswaschen - etwa über den Weiten des Pazifiks. «Dies führt nach derzeitiger Einschätzung dazu, dass in Europa allenfalls geringfügige Auswirkungen erwartet werden», teilte das BfS mit.