Merkel setzt Verlängerung von Atomlaufzeiten aus

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel zieht Konsequenzen aus der Atomkatastrophe in Japan und setzt die erst im Herbst beschlossenen längeren Atom-Laufzeiten für drei Monate aus. Das kündigten Merkel und Vizekanzler Guido Westerwelle in Berlin an. Alte Meiler, die nur wegen der längeren Laufzeiten noch am Netz sind, sollen abgeschaltet werden. Das seit rund 35 Jahren laufende Atomkraftwerk Neckarwestheim 1 muss angesichts des Atom-Moratoriums der Regierung vom Netz genommen werden. Dies machte Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Berlin deutlich.

NRW will Atomausstieg über Bundesrat einleiten

Düsseldorf (dpa) - Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel möchte über den Bundesrat einen Ausstieg aus der Atomenergie einleiten. Die rot-grüne Landesregierung will die Novelle zur Verlängerung der Laufzeiten nicht nur aussetzen, sondern komplett kippen. Dazu will die Landesregierung am Freitag eine Bundesratsinitiative starten. Remmel sagte in Düsseldorf, man wolle die Rücknahme der Laufzeitverlängerung und die Stilllegung der Altkraftwerke erreichen.

Sondertreffen zu Atomsicherheit in der EU

Brüssel (dpa) - Nach dem Atomunglück in Japan beraten die EU- Energieminister bei einem Sondertreffen über bessere Sicherheitsstandards in Europa. Die Minister und Nuklearexperten werden in Brüssel mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger über neue EU-Regeln diskutieren. Auch die von Österreich geforderten Tests aller europäischen Kernkraftwerke sind ein Thema. Oettinger hatte zuvor keine Art von Konsequenzen ausgeschlossen. Er halte die Tragweite des Vorfalls in Japan für nicht abschließend absehbar.

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