Basel (dpa) - Tausende Narren und Zehntausende Zuschauer sind am Montagmorgen zum traditionellen «Morgenstraich» in die Schweizer Grenzstadt Basel gekommen. Pünktlich um 4.00 Uhr wurden im Stadtgebiet die Straßenbeleuchtungen ausgeschaltet.

Bunt kostümierte Narren in Gruppen zogen bei milden plus 9 Grad und weitgehend trockener Witterung mit Laternen und beleuchteten Motivwagen durch die dunklen Gasen. Sie wurden musikalisch begleitet von Narren mit Trommeln und Piccoloflöten.

Mit dem Ruf «Morgestraich, vorwärts marsch!» setzten sich die vielen Narrengruppen in Bewegung. Sie bahnten sich trommelnd und pfeifend einen Weg durch die Menschenmassen. Nur die Laternen beleuchteten die dunklen Straßen und Gassen, in denen sich Narren und Zuschauer drängelten.

Auf den bemalten Laternen, Wagen und Requisiten wurden die Schweizer Themen des vergangenen Jahres humorvoll aufgegriffen, zum Beispiel das Rauchverbot in den Kneipen oder politische Ereignisse. Hinzu kamen Internationales wie die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Auch die Kirche diente als Zielscheibe des Spotts, ebenso das Fernsehprogramm. Die jüngsten Ereignisse in Japan wurden nicht thematisiert.

In diesem Jahr hatten sich nach Angaben der Veranstalter 482 Gruppierungen zu dem Spektakel angemeldet. Hinzu kamen unzählige wilde Gruppen. Die närrischen Tage in Basel, die bis Mittwoch dauern, stehen dieses Mal unter dem Motto «Zämme fägts» (etwa: Zusammen passt es). Nach Schätzungen der Organisatoren sind in dieser Zeit rund 12 000 Aktive in Basel unterwegs.

Nach der Reformation von 1529 hielten die Basler an ihrer Fastnacht fest und feiern - anders als die meisten Narren im Nachbarland Deutschland - einige Tage zeitversetzt ihre «drey scheenschte Dääg» (drei schönsten Tage).

Der «Morgenstraich» ist ein Touristenmagnet. Die Besucher kamen aus der ganzen Schweiz, aber auch aus Deutschland, Frankreich und anderen Ländern. Aus Deutschland fuhren mehrere Sonderzüge zum «Morgenstraich».