Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Mittwoch nach einem von sehr starken Schwankungen geprägten Handel den sechsten Tag in Folge im Minus geschlossen.

Nachdem der deutsche Leitindex zwischendurch noch klar auf über 6700 Punkte geklettert war, ließen am Nachmittag Aussagen vom EU-Energiekommissariat über die sich weiter zuspitzende Situation im japanischen Atomreaktor Fukushima Eins die Kurse wieder absacken. Zum Handelsschluss verbuchte der Dax einen Abschlag von 2,01 Prozent auf 6513,84 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,66 Prozent auf 9565,61 Punkte nach unten. Der TecDax verlor 1,44 Prozent auf 854,83 Punkte.

Jede kleine Meldung aus Japan beeinflusse derzeit den Markt, kommentierte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory das Handelsgeschehen. Experte Robert Halver von der Baader Bank äußerte sich ähnlich: «Im Grunde hängt die Entwicklung vom Liveticker zu Japan ab.»

Aktien von Autobauern wurden zunächst gekauft, weil Händlern zufolge die Kurse nach den Vortagesverlusten wieder attraktiv waren. Ein anderer Börsianer argumentierte, dass deutsche und europäische Autobauer auch mittel- bis langfristig von dem Ausfall der japanischen Hersteller profitieren dürften. So würden die japanischen Autokonzerne wohl auch wegen der Stromknappheit frühere Produktionsquoten nicht mehr so schnell erreichen. Auto-Aktien rutschten am Nachmittag aber im Einklang mit dem Markt wieder ab. Daimler, BMW und Volkswagen verloren am Ende jeweils mehr als 2 Prozent.

Ähnlich verhielt es sich mit der Versorgerbranche. Eon und RWE gewannen erst dazu und wurden laut Händlern auch von einem Analystenkommentar der Deutschen Bank gestützt. Das Institut hatte für beide Titel die Kursziele angehoben. Die Verluste durch die vom Netz genommenen Atomkraftwerke würden von positiven Effekten durch höhere Strompreise mehr als ausgeglichen, argumentierten die Experten. Gegen Handelsschluss verloren Eon dann aber 1,18 Prozent auf 21,00 Euro und RWE 2,59 Prozent auf 42,855 Euro.

An die Dax-Spitze sprangen die Papiere von Fresenius mit plus 0,79 Prozent auf 62,86 Euro. Die Aktien hatten an den Vortagen mit dem Markt deutlich verloren. Sie seien nun vor allem wegen ihrer klassisch defensiven Eigenschaften gefragt gewesen, argumentierte ein Händler.

Ans MDax-Ende rutschten die Titel von Wacker Chemie. Sie mussten trotz der angekündigten kräftigen Dividendenaufstockung Verluste von mehr als 4 Prozent hinnehmen. Analysten bemängelten vor allem den Ausblick des Halbleiter-Zulieferers und Chemiekonzerns.