Gelsenkirchen (dpa) - Die einstige Traumehe zwischen Felix Magath und dem FC Schalke 04 liegt endgültig in Trümmern, im millionenschweren Scheidungskrieg sind nun die Anwälte gefordert.

Während beide Parteien schon am Tag der Trennung öffentlich juristische Streitigkeiten austrugen, kristallisierte sich der mögliche Nachfolger für den Alleinherrscher Magath heraus.

«Es gab Gespräche», sagte Ralf Rangnick am Mittwochabend der Nachrichtenagentur dpa. Auf die Frage, wann eine Entscheidung über ein mögliches Engagement fallen werde, sagte der 52-Jährige: «Das weiß ich nicht.» Der zur Zeit vereinslose Taktik-Tüftler, von September 2004 bis Dezember 2005 schon einmal Trainer der Königsblauen, hat gute Chancen, Magaths Erbe anzutreten.

Denn nach dem gescheiterten Experiment mit dem umstrittenen Magath setzt Schalke auf Altbewährtes. Mit dem kolportierten Nachfolger Rangnick und Horst Heldt als neuem starken Mann will der Traditionsverein die zerrüttete Schalke-Familie neu ordnen und wieder einen. Magath, Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Personalunion, hat nach Angaben seines Anwalts von der Demission aus der Presse erfahren.

Magaths Abgang war um 10.48 Uhr beschlossene Sache, informiert war er offiziell nach Angaben seines Medienanwalts Ralf Höcker aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. «Dass Schalke sich jetzt von Herrn Magath getrennt haben will, mussten wir leider über die Medien erfahren. Bei uns hat sich der Verein bisher nicht gemeldet. Wir warten gespannt auf die Begründung der Kündigung, die man uns bisher vorenthalten hat», sagte Höcker.

Am Nachmittag erklärte der Medienanwalt, dass Magath die Abberufung als Vorstand zum Anlass genommen habe, seinen Anstellungsvertrag mit sofortiger Wirkung zu kündigen. «Herr Magath hat dem Verein die Kündigung bereits schriftlich erklärt», sagte Höcker. In der Erklärung des Rechtsanwalts ließ Magath mitteilen: «Ich bedauere sehr, dass meine erfolgreiche Tätigkeit für Schalke 04 ein solch unschönes Ende nehmen musste». Magath soll dabei von einem sogenannten Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht haben.

Im juristischen Kleinkrieg, bei dem es auch um Abfindungen in Millionenhöhe geht, teilte Schalke wiederum später mit: «Wir haben unsere Erklärung, dass es sehr gute Gründe für unsere Kündigung gibt, mit Bedacht gewählt. Durch das heutige Verhalten von Felix Magath fühlen wir uns bestätigt und stellen fest, dass er keine Ansprüche mehr gegen den FC Schalke 04 hat.»