Hannover (dpa)- Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat im vergangenen Jahr die Wende geschafft und operativ das beste Ergebnis der Markengeschichte erzielt. Bei einem um fast 40 Prozent gestiegenen Umsatz von knapp 7,4 Milliarden Euro erreichte die Marke ein operatives Ergebnis von 232 Millionen Euro.

2009 waren Absatz und Umsatz noch drastisch eingebrochen, das Ergebnis war um 16,5 Prozent auf 313 Millionen Euro gesunken. Ohne den Verkauf des brasilianischen Schwerlastergeschäfts an MAN, der 600 Millionen beisteuerte, wäre VWN 2009 in die roten Zahlen gerutscht.

Die Flaute durch die Wirtschaftskrise hat VWN im vergangenen Jahr hinter sich gelassen. Weltweit lieferte die Marke 435 600 leichte Nutzfahrzeuge aus, ein Plus von 22,8 Prozent. Das liege nicht nur an der allgemeinen Markterholung, sondern auch an den neuen Modellen, sagte Markenchef Wolfgang Schreiber. Die Entscheidung, trotz Krise in neue Autos zu investieren, habe sich gelohnt.

Besonders gut gelaufen sei der neue Pick-up Amarok und der überarbeitete Transporter T5, sagte Schreiber. Nur beim Stadtlieferwagen Caddy gab es 2010 einen Rückgang um acht Prozent, der durch hohe Verkäufe durch die Abwrackprämie im Vorjahr bedingt war.

In diesem Jahr will VWN das Ergebnis des Vorjahres noch übertreffen. Chancen sieht das Management vor allem auf den internationalen Märkten, wo VW insbesondere mit dem Amarok punkten will. «Der Amarok ist das Fahrzeug mit großen, globalen Wachstumspotenzialen und öffnet uns die Türen zu neuen Märkten», sagte Schreiber.

Um die wachstumstärkste Region der Welt, den Asien-Pazifik-Raum, zu erobern, sondiert VW Nutzfahrzeuge mittelfristig auch Möglichkeiten einer lokalen Produktion dort. In China, wo VW bereits Gemeinschaftsunternehmen mit einheimischen Partnern betreibt, sehe man sich um.

Die bestehenden Pkw-Joint Ventures könnten für die Produktion von Nutzfahrzeugen nicht genutzt werden, sagte Schreiber. Auch Thailand sei als Produktionsstandort attraktiv, wegen des geringen Lohnniveaus und guten Zulieferern. Konkrete Projekte gibt es laut Schreiber noch nicht. Aber der asiatische Markt könne ohne eigene Produktionskapazitäten nicht erobert werden.