Oberhof (dpa) - Leiser Abschied eines großen Sportlers: Ronny Ackermann hat den Kampf mit seinem Körper verloren und beendet nach einer einjährigen Wettkampfpause seine Laufbahn.

Der erfolgreichste Nordische Kombinierer des vergangenen Jahrzehnts in Deutschland gab gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug an. Nun sieht er seine Zukunft als Trainer im Nachwuchsbereich.

Der Anfang vom Ende der Laufbahn Ackermanns begann vor einem guten Jahr. Nach einer Virusinfektion schaffte der Dermbacher nicht die interne Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Vancouver und beendete vorzeitig die Saison. Gleichzeitig zog er sich zur vollständigen Regeneration für ein ganzes Jahr aus dem Leistungssport zurück.

Aber nicht, um auf der faulen Haut zu liegen. Ackermann trainierte fleißig, gönnte sich aber regelmäßig Erholungspausen. Zudem blühte er sichtlich auf. «Ich habe es immer wieder versucht. Aber der Körper brauchte lange Pausen, um sich zu regenerieren. Er spielte einfach nicht mehr mit. Seit der Jahreswende reifte dann der Entschluss in mir, aufzuhören», erzählte Ackermann dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), für den er vor zwei Wochen als Experte auch von den Weltmeisterschaften in Oslo berichtet hatte.

Ganz aufgegeben hatte er die Hoffnung nicht. «Leute wie Felix Gottwald, Hannu Manninen oder Todd Lodwick, die nach Wettkampfpausen sehr erfolgreich zurückgekommen waren, machten mir Mut. Aber wenn der Körper nicht mehr voll belastbar ist, hat es keinen Sinn. Die Gesundheit geht vor. Ich hatte eine tolle Karriere mit vielen Erfolgen. Aber auch aus Niederlagen habe ich viel gelernt», betonte «Acker».

Der viermalige Weltmeister, der von Olympischen Winterspielen drei Silbermedaillen mit nach Hause brachte und zudem dreimal den Gesamtweltcup gewann, will nun seine Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben. Dazu beginnt er im Oktober ein Trainerstudium in Köln. «Ich möchte mit jungen Leuten arbeiten. Wie das genau aussehen wird, werden Gespräche mit dem Deutschen Skiverband in den nächsten Wochen zeigen», sagte der Thüringer, der 2005 zum «Sportler des Jahres» gewählt worden war.

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