Washington (dpa) - Auch auf dem Saturnmond Titan gibt es frühlingshafte Regenschauer - allerdings nicht aus Wasser, sondern aus Methan. Das schließen Forscher aus Bildern, die mit der amerikanisch-europäischen Weltraumsonde «Cassini» gemacht wurden.

Das internationale Team um Elizabeth Turtle von der Johns Hopkins Universität fand heraus, dass sich eine Region in der Nähe des Mond-Äquators nach einem Wolkenbruch stark verdunkelte. Die schlüssigste Erklärung für diese Verdunklung sei Niederschlag nach einem großen Methansturm, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal «Science».

Forscher hatten in der Region bereits trockene, Flussbett ähnliche Einfurchungen entdeckt. Bislang deuteten sie die Kanäle als Überbleibsel eines feuchteren Klimas in der Vergangenheit. Die neuen Beobachtungen würden jedoch darauf hinweisen, dass sie durch saisonale Niederschläge eingekerbt worden seien, heißt es in «Science».

Titan ist der größte der über 60 Saturnmonde und der einzige, der eine Atmosphäre hat. Die Sonde «Cassini» ist ein Gemeinschaftsprojekt der Weltraumbehörden der USA, Europas sowie Italiens. Sie wurde 1997 auf die Reise geschickt und umkreist seit 2004 den Saturn.

NASA zu Cassini