Stuttgart (dpa) - Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler ist mit hohem Tempo ins neue Jahr gestartet und rechnet 2011 mit einem deutlichen Absatzplus. Im Januar und Februar legten die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent zu.

Das sagte Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler am Freitag in Stuttgart. «Das ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange.» Die Auftragsbücher füllten sich zusehends. «Der Truckmarkt kommt immer erst im weiteren Jahresverlauf richtig in Fahrt. Die besten Monate kommen noch.»

«Wir rechnen im Truckmarkt mit einem signifikanten Wachstum, insbesondere für mittlere und schwere Lastwagen», sagte Renschler. Bei Daimler liege der Auftragseingang auch in den zuvor von der Krise besonders stark betroffenen Regionen Europa und Nordamerika derzeit über den Erwartungen. 2013 wollen die Schwaben mehr als eine halbe Million Lastwagen verkaufen. Im vergangenen Jahr waren es 355 000.

Allerdings gebe es auch Risiken wie die steigenden Rohstoffpreise. «Die größte Unbekannte ist im Moment natürlich die Situation in Japan», sagte der Manager. «Die Folgen der Katastrophe für den japanischen Markt und die globale wirtschaftliche Verflechtung sind noch nicht abzusehen.» Daimler beschäftigt in dem schwer gebeutelten Land knapp 13 000 Menschen, der überwiegende Teil von ihnen arbeitet bei der japanischen Tochter Mitsubishi Fuso.

Von der gemeinsam mit Rolls-Royce angepeilten Übernahme des Motorenherstellers Tognum verspricht sich Renschler große Synergien. Dies gelte für Forschung und Entwicklung sowie den Einsatz von Dieselmotoren jenseits der Straße, sagte der Manager. «Zweitens: Wir können gemeinsam unsere Position in Schwellenländern ausbauen.» Außerdem böten sich gerade bei Tognum viele Einsatzmöglichkeiten für alternative Antriebe wie zum Beispiel die Brennstoffzelle. Daimler und der britische Motorenbauer wollen das Friedrichshafener Unternehmen zusammen für 3,2 Milliarden Euro übernehmen. Der Preis ist dem Tognum-Management allerdings zu niedrig.

Mit Fiat verhandle Daimler derzeit nicht über die Lastwagenmarke Iveco, sagte Renschler. Es gebe keine Gespräche. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Daimler habe Interesse an den Italienern.

Im vergangenen Jahr hatte sich das Lastwagen- und Busgeschäft der Stuttgarter aus der Krise gearbeitet und operativ wieder einen Milliardengewinn eingefahren. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte von minus 1 Milliarde Euro auf plus 1,3 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um fast ein Drittel auf 24 Milliarden Euro zu. In der Sparte arbeiten 71 706 Menschen.