Gelsenkirchen (dpa) - Der ehemalige Trainer und Manager Felix Magath wurde gerade in Wolfsburg vorgestellt, da freute sich sein Nachfolger-Duo Ralf Rangnick und Horst Heldt beim FC Schalke 04 bereits auf das Champions-League-Highlight gegen Inter Mailand.

Wie die Auslosung in Lyon ergab, trifft der letzte deutsche Vertreter im Viertelfinale der Königsklasse auf den Titelverteidiger und Bayern-München-Bezwinger. Das Hinspiel findet am 5. April in Mailand statt, am 13. April steigt das Rückspiel auf Schalke.

Kapitän Manuel Neuer sprach von einem «Hammerlos», freut sich aber auf die Duelle mit dem Starensemble aus Italien. «Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass Schalke 1997 schon einmal in San Siro erfolgreich war», sagte der Torhüter in Erinnerung an den größten Triumph der Clubgeschichte, den er als Elfjähriger noch als Fan der «Eurofighter» verfolgte. Am 21. Mai 1997 gewann «Königsblau» im Meazza-Stadion gegen Inter den UEFA-Pokal durch ein 4:1 im Elfmeterschießen. Im Viertelfinale der folgenden Saison schieden die Knappen dann allerdings gegen Inter aus. Sollten sich die Schalker diesmal durchsetzen, träfen sie im Halbfinale auf den Sieger des englischen Duells FC Chelsea - Manchester United.

Heldt fiebert der «großen Herausforderung» entgegen: «Mit Wesley Sneijder und Samuel Eto'o hat Mailand zwei herausragende Spieler in der Offensive.» Andererseits sei das Team mit Abwehr-Ass Lucio hinten «verwundbar». Benedikt Höwedes warnte vor dem prominenten Gegner, baut aber auf den Vorteil des Heimrechts im Rückspiel. «Gegen Valencia haben wir zuletzt gezeigt, was mit dem eigenen Publikum im Rücken möglich ist.» Raúl und Christoph Metzelder bekommen es auch mit einem früheren Mitspieler zu tun. «Ich freue mich besonders auf das Duell mit Wesley Sneijder, da ich ihn noch aus meiner Zeit bei Real Madrid kenne», sagte Metzelder.

Unabhängig von der Kraftprobe mit Mailand und dem DFB-Pokalfinale gegen den Zweitligisten MSV Duisburg steht das Duo Heldt/Rangnick vor Herkulesaufgaben. Der von Magath mit Millionen-Investitionen aufgeblähte Kader muss auf ein vernünftiges Maß reduziert werden, um die angeblich auf mehr als 70 Millionen Euro gestiegenen Kosten zu senken. «Wir müssen auch die Konsolidierung im Blick haben», sagte Heldt mit Blick auf die Finanzen.

Immerhin: «Es ist ein Vorteil, dass wir jetzt schon einen Trainer haben, der über die Saison hinaus bleibt. Jetzt können wir schnell gemeinsam die Kaderplanung in Angriff nehmen», sagte der 41-jährige Heldt zur Verpflichtung des Coaches, der am kommenden Montag seine Arbeit aufnimmt. Dass Heldt, der unter Magath nicht in die Transfer-Geschäfte eingebunden war, mit Rangnick auf einer Wellenlänge liegen dürfte, deutete er schon an. Während seiner Zeit als VfB-Sportdirektor sei er sich bei der Spielersuche mit dem Ex-Hoffenheimer Rangnick oft ins Gehege gekommen. «Mal hat er den Spieler bekommen, mal ich.»

Nun will Heldt beweisen, dass er als neuer starker Mann den «wahnsinnig tollen Verein mit großer Tradition» gemeinsam mit Rangnick in eine erfolgreiche Zukunft führen kann. «Ich habe meine Philosophie. Wir wollen wieder näher an die Fans heranrücken. Ich spüre in diesem Club viel Kraft, die wir herauskitzeln wollen.»