Leipzig (dpa) - Tausende von Literaturfans haben die Hallen der Leipziger Buchmesse auch am zweiten Tag gut gefüllt. 62 000 Besucher kamen nach Angaben der Messeleitung an den ersten beiden Tagen - das sind 1000 mehr als im Vorjahr.

«Wir sind sehr zufrieden - mit dem hohen Publikumsstrom, der Menge an Fachpublikum und der sehr hohen Qualität der Veranstaltungen», sagte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner, der dpa.

Besonders erfreulich sei, dass die jungen Leute so zahlreich in die Hallen strömten - von der ersten Minute an. Er erwartet, dass der Besucherandrang auch am Wochenende anhält. Der Samstag ist in der Regel der besucherstärkste Tag der Leipziger Buchmesse.

Der Berliner Transit Verlag freute sich am Freitag über eine hoch dotierte Auszeichnung. Er erhielt den mit 26 000 Euro verbundenen Kurt-Wolff-Preis, mit dem die gleichnamige Leipziger Stiftung eine vielfältige Verlags- und Literaturszene fördern will. Der Lilienfeld-Verlag (Düsseldorf) bekam den mit 5000 Euro dotierten Kurt-Wolff-Förderpreis.

Die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen wies auf der Messe darauf hin, dass bundesweit nur jeder fünfte Vater seinen Kindern etwas vorliest. «In 80 Prozent der Familien ist das Vorlesen ausschließlich Sache der Mütter, davon profitieren vor allem die Mädchen», sagte Ulrich Störiko-Blume, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bei der Vorstellung des Trendberichts Kinder- und Jugendbuch 2011 mit dem Titel «Fehlende Vorbilder - Was tun, wenn der Vater nicht liest?».

Der Anteil von Kinder- und Jugendbüchern am Gesamtmarkt 2010 ist leicht auf jetzt 15,2 Prozent gesunken. «Das ist aber eher eine Normalisierung des Marktes, der 2009 durch den Boom der All-Age-Romane auf sehr hohem Niveau war», sagte Claudia Paul vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Zum ersten Mal sind 26 reine Hörspiel-Verlage auf der Leipziger Buchmesse mit einem gemeinsamen Stand vertreten. «Unsere Fangemeinde wächst», sagt René Wagner, einer der Vorsitzenden des Dachvereins Hörspielgemeinschaft. Die großen Audio-Verlage scheinen Wagners Meinung zu teilen: Sie haben wieder mehr Hörspiele im Frühjahrsprogramm, setzen aber vor allem auf Klassiker und Top-Seller, wie eine dpa-Umfrage ergab. Das Problem: Die aufwendig produzierten Hörspiel-Fassungen sind im Vergleich zu klassischen Lesungen viel teurer und zeitaufwendiger.