Köln (dpa) - Die schottische Post-Rock-Band Mogwai veröffentlichte im Februar diesen Jahres ihr siebtes reguläres Album und befindet sich damit aktuell auf Welttour. Vor einigen Tagen spielten sie in der Kölner Live Music Hall und begeisterten die mehr als gut gefüllte Halle mit einer souveränen und wie gewohnt lauten Show.

Angesprochen auf den Entstehungsprozess ihrer Musik und die Zufriedenheit mit ihren Alben sagte Mogwai- Multiinstrumentalisten Barry Burns vor dem Konzert, dass das erste Album, auf das sich alle Bandmitglieder musikalisch einigen konnten, ihr viertes mit dem Titel «Happy Songs For Happy People» war. Zudem handelte es sich dabei um den einzige bisherigen Album-Titel von Mogwai, der wirklich eine Bedeutung hatte.

Beim Songwriting für ein neues Album lege die Band immer großen Wert auf musikalische Veränderung und Fortentwicklung. Burns meinte, dieser Vorsatz wurde manchmal besser und manchmal schlechter erfüllt. Bei dem aktuellen Album mit dem anscheinend erneut sinnfreien Titel "Hardcore will never die, but you will" ist ihnen das in jedem Fall gelungen.

Mogwai singen wieder häufiger, setzen Synthesizer ein, probieren verschiedene musikalische Stile aus, ohne dabei ihre alten Laut-Leise Tugenden zu vergessen und bedienen sich mit dem Stück «Mexican Grand Prix» erstmalig beim Krautrock. Laut Barry ist «Mexican Grand Prix» sein aktuelles Lieblingsstücke auf der Bühne. Gefragt nach den eher schwierig live zu performenden Songs spricht er speziell die die ruhigen Stücke an, das sei «wie ganz langsames Fahrradfahren ohne umzufallen». Wie zum Beweis vergeigte die Band auch bei den Zugaben genau eines dieser langsamen Stücke, was die Gesamtqualität des Abends allerdings in keiner Weise minderte.

Das Kölner Konzert selbst wurde von Mogwai in gewohnter Art inszeniert. Die erste Hälfte des Abends war für neuere Stücke reserviert, in der zweiten Hälfte wurden dann viele Laut-Leise- Klassiker ausgepackt. Die sehr leistungsfähige Anlage sorgte dafür, dass die immense Lautstärke im Bassbereich auch eine spürbar körperliche Präsenz hatte.

Die Begeisterung des Publikums war wie häufig bei Mogwai-Konzerten nicht im manischen Herumtanzen, sonder eher im andächtigen langsamen Kopfnicken zu beobachten. Die Anteilnahme wurde besonders bei den sehr leisen Stellen des Konzertes deutlich, bei dem die Live Music Hall kollektiv keinen Ton von sich gab und sich auf die Stelle freute, an der der Song in kontrolliertem Krach explodierte.

Aus Burns' Sicht fand eines der bisher besten Konzerte in der mittlerweile über 15jährigen Mogwai-Geschichte in Santiago de Chile statt. Durch den Zuspruch und Enthusiasmus der Fans bei diesem Konzert in Chile kam sich die Band damals wie die Beatles vor. In Köln wurde die Band zwar nicht auf diese Art gefeiert, aber das Leuchten in den Augen der Fans sprach Bände. Mit diesen treuen Anhängern werden Mogwai auch die nächsten 15 Jahre die Hallen füllen können.