Krefeld (dpa) - Am 19. März 1986 schrieb Bayer Uerdingen mit einem 7:3 im Europacup-Viertelfinale gegen Dynamo Dresden Fußball-Geschichte. Der Krefelder Club bot eine spektakuläre Aufholjagd. Der DDR-Verein hatte in der Heimat zudem noch die Flucht von Stürmer Lippmann zu erklären.

Verrückt, unfassbar, Wahnsinn: Die irre Aufholjagd, die Bayer Uerdingen am 19. März 1986 im Viertelfinale des Fußball-Europacups gegen Dynamo Dresden mit einem spektakulären 7:3-Triumph krönte, kann auch 25 Jahre später nur mit Superlativen beschrieben werden.

«Fußballerisch war das nicht zu erklären», meinte der damalige Bayer-Coach Karl-Heinz Feldkamp, der mit seinem Team ein «Jahrhundertspiel» ablieferte.

«Das war außerhalb aller Vorstellungen», sagte Wolfgang Funkel. Der dreimalige Uerdinger Torschütze musste sich noch auf dem Rasen Tränen der Rührung von der Wange wischen.

2:0 hatte der DDR-Oberligist aus Dresden das Hinspiel im Europapokal der Pokalsieger gewonnen, im Rückspiel führten die Sachsen bereits zur Pause 3:1 und hatten einen scheinbar uneinholbaren Vorsprung. Doch Uerdingen reichte eine knappe halbe Stunde, um zwischen der 58. und 86. Minute sechs Tore zu erzielen und alles auf den Kopf zu stellen.

«In der Kabine hatte ich an die Mannschaft appelliert, dass sie sich wegen der vielen Zuschauer vor dem Fernsehen bitte ordentlich aus dem Wettbewerb verabschieden möge», erzählte Feldkamp. Nicht alle hatten ihm zugehört. «Wenn wir schon nicht weiterkommen, wollten wir den Dresdenern zumindest wehtun und gingen entsprechend motiviert in die Zweikämpfe», berichtete Mittelfeldspieler Rudi Bommer. 18 Millionen Menschen hatten die erste TV-Live-Übertragung eines Fußballspiels aus Krefeld verfolgt.

Spätestens mit dem 3:3 in der 63. Minute spielten sich die Krefelder aber in einen Rausch. «Die haben im Minutentakt auf unser Tor geschossen. Es war ein Zusammenbruch, der immer schlimmer wurde», sagte Dynamo-Kapitän Hans-Jürgen Dörner.