Oslo (dpa) - Magdalena Neuner ist im Kampf um den Biathlon-Gesamtweltcup von ihrem kranken Körper besiegt worden. Auch Andrea Henkel hat trotz der Rückkehr auf das Podest als Verfolgungs-Dritte beim Weltcup-Finale in Oslo keine echte Chance mehr auf den Gewinn der Großen Kristallkugel.

Bei Kaiserwetter am berühmten Holmenkollen wurde Miriam Gössner Sechste. Vize-Weltmeisterin Tina Bachmann wurde Elfte, Kathrin Hitzer kam auf Rang 14. Weltcup-Spitzenreiterin Kaisa Mäkäräinen machte als Vierte beim Sieg der Slowakin Anastasiya Kuzmina vor der Weißrussin Darja Domratschewa und Andrea Henkel einen ganz wichtigen Schritt, um als erste Finnin die Gesamtwertung zu gewinnen. «Die Kaisa macht das. Und das ist auch okay. Sie war die ganze Saison in Gelb, und wenn sie dann im letzten Rennen noch abgelöst würde, dann wäre das ganz schön bitter», sagte Henkel.

Vor dem letzten der 26 Rennen im nacholympischen Winter hat Mäkäräinen einen Vorsprung von 41 Punkten auf Tora Berger und liegt 44 Zähler vor der Schwedin Helena Ekholm. 50 Punkte müsste Henkel, vor Neuner Vierte der Gesamtwertung, aufholen. Die zehnmalige Weltmeisterin Neuner hat nun 65 Punkte Rückstand. Auch wenn die weltbeste Skijägerin im Massenstart dabei wäre, könnte sie mit einem Sieg nur noch 60 Punkte einsammeln.

Gut eine Stunde vor dem Start wurde Neuner beim Biathlon-Weltverband IBU offiziell abgemeldet. Es war in diesem Winter bereits der fünfte Startverzicht aus Krankheitsgründen für den Star aus dem bayerischen Wallgau. Diesmal freilich kam die Absage etwas überraschend, denn noch am Freitag schien sich Neuner erholt zu haben und auf dem Weg der Besserung zu sein. «Aber die Gesundheit geht vor», sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. Offen ist, ob sein prominenter Schützling am Sonntag wieder starten kann. «Ich gehe nicht davon aus», sagte Stefan Schwarzbach, der Sprecher des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Auch in ihrem Lieblingswettkampf Massenstart hat die Doppel-Olympiasiegerin noch Chancen auf den Gewinn der Disziplin-Wertung. Mit 190 Punkten liegt sie an der Spitze des Klassements vor Tora Berger (181). Neuner, die schon bei ihrem Sprintsieg am Donnerstag über starken Husten klagte, hatte zwar kein Fieber, fühlte sich aber total schlapp. Die 24-Jährige hatte zum Auftakt der Holmenkollen-Rennen mit ihrem fünften Saisonsieg überraschend den Sprint-Weltcup gewonnen.

Beim Weltcup-Auftakt hatte sie den 60-Punkte-Rückstand in der Gesamtwertung auf Mäkäräinen gleich um 38 Zähler reduzieren können. Am Freitag war Neuner dann im Training geschont worden und hatte mit einem Spaziergang am Holmenkollen Kraft für die Aufholjagd getankt.