Berlin (dpa) - Trotz anziehender Konjunktur haben Beschäftigte von Leiharbeitsfirmen nach einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ein besonders hohes Entlassungsrisiko.

Zwar liege die Zahl der Leiharbeiter mit fast einer Million bereits wieder über dem Höchststand von vor der Krise, aber sie würden schlecht entlohnt und hätten auch kaum Chancen auf betriebliche Weiterbildung, sagte der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy der «Rheinpfalz am Sonntag». Das Risiko, den Job zu verlieren, liege vier bis fünf Mal höher als in der Gesamtwirtschaft.

Allein im vergangenen Jahr endete mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse nach weniger als drei Monaten, wie Adamy betonte. Im ersten Halbjahr 2010 seien 544 000 Arbeitsverhältnisse im Verleihgewerbe abgeschlossen, im gleichen Zeitraum aber 461 800 Leiharbeiter entlassen worden. Fast die Hälfte aller Leiharbeiter sei innerhalb von nur zwölf Monaten wieder arbeitslos geworden. Daran habe die gute konjunkturelle Lage nichts ändern können. Verlören Leiharbeiter ihren Job, sei das Verarmungsrisiko besonders hoch, da viele von ihnen nicht einmal Arbeitslosengeld erhielten.