Frankfurt/Main (dpa) ­ Die hohen Ölpreise haben am deutschen Aktienmarkt auf die Stimmung gedrückt und den Dax ins Minus gezogen. Der Leitindex schloss am Mittwoch um 0,58 Prozent tiefer bei 7181,12 Punkten, nachdem er am Vortag bereits 0,67 Prozent verloren hatte.

Der MDax büßte 1,19 Prozent auf 10 182,18 Punkte ein, für den TecDax ging es um 0,23 Prozent auf 898,10 Punkte nach unten.

Marktstratege Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke begründete das Minus mit den nach wie vor ungeklärten Verhältnissen in der arabischen Welt, die den Ölpreis wieder in die Höhe getrieben hatten. «Für eine Entlastung braucht der Markt ein klares Signal, dass die Ölversorgung nicht bedroht ist.» Dass sich die Verluste in Grenzen hielten, führte Analyst André Saenger von IG Markets auf positive Daten vom US-Arbeitsmarkt zurück. Dort war die Zahl der Beschäftigten im Privatsektor nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP) deutlicher als erwartet gestiegen.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Adidas nach Zahlen im Fokus. Der Sportartikelhersteller hatte im Fußball-WM-Jahr 2010 wie erwartet einen Umsatzrekord eingefahren und sein Ergebnis mehr als verdoppelt. Die Papiere verteuerten sich um 1,11 Prozent auf 47,030 Euro und zählten damit zu den stärksten Werten im Dax. Börsianer lobten die über den Erwartungen liegende Dividende von 0,80 Euro je Aktie.

Am Dax-Ende versammelten sich die Autowerte. Als Schlusslicht verloren die Titel von BMW 2,80 Prozent auf 58,000 Euro. Daimler- Aktien sanken um 2,78 Prozent auf 49,600 Euro, die Vorzüge von Volkswagen verbilligten sich um 1,45 Prozent auf 119,20 Euro. Börsianer sprachen von Sorgen, dass der hohe Ölpreis den Absatz belasten könnte.

Nach unten ging es auch für Aktien von Rückversicherern. Die Titel des Marktführers Munich Re fielen im Dax um 2,32 Prozent auf 118,10 Euro, die der Hannover Rück verbilligten sich im MDax um 2,84 Prozent auf 40,670 Euro. Nach Schätzungen des Schweizer Konkurrenten Swiss Re dürfte sich die Schadenlast im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Neuseeland auf sechs bis zwölf Milliarden US-Dollar belaufen. Die Swiss Re selbst muss demnach 800 Millionen Dollar tragen und damit deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Von der Munich Re und der Hannover Rück gibt es bislang noch keine Schätzungen.

Spitzenreiter im MDax waren die Aktien der SGL Group mit einem Aufschlag von 7,04 Prozent auf 30,400 Euro. Damit setzten die Papiere des Kohlenstoffspezialisten den Höhenflug der vergangenen zwei Tage fort. Einem Sprecher zufolge erwägt die Beteiligungsgesellschaft Skion von BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, den Anteil an SGL nach dem Einstieg von VW auf eine Sperrminorität aufzustocken. Händler sahen darin den Beginn einer möglichen Übernahmeschlacht.