Garching (dpa) - Astronomen haben die Entfernung zu einer großen Nachbargalaxie der Milchstraße bislang überschätzt. Die Spiralgalaxie NGC 247 am Südhimmel liegt rund eine Million Lichtjahre näher als bislang gedacht, wie die Europäische Südsternwarte ESO in Garching bei München berichtet.

An einem ESO-Teleskop in den chilenischen Anden haben Astronomen ein detailreiches Bild der kosmischen Nachbarin gewonnen. Ihr Abstand ist mit den Korrekturen auf knapp elf Millionen Lichtjahre geschrumpft. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Für die Entfernungsbestimmung naher Galaxien nutzen Astronomen häufig bestimmte Sterne, die je nach ihrer Helligkeit unterschiedlich schnell pulsieren. Am Takt dieser sogenannten Cepheiden lässt sich so ihre absolute Helligkeit ablesen. Der Vergleich mit der auf der Erde gemessenen Helligkeit ergibt die Entfernung. NGC 247 ist jedoch von der Milchstraße aus gesehen stark gekippt, so dass das Licht der meisten ihrer Sterne auf dem Weg zu uns zunächst Gas- und Staubschichten in der eigenen Galaxie durchqueren muss. Dadurch erscheinen diese Sterne dunkler - und für die Nachbargalaxie ergibt sich so eine weitere Entfernung.